Interessante Diskussionen in den kleineren Gruppen der „Stammtische“ bei der Diözesanversammlung Fulda.

Bei der Plenumsdiskussion im DV Fulda: (v.l.) Brigitte Kram (Diözesanvorstand), Michael Brand (CDU), Steffen Kempa (Kolping-Geschäftsführer), Birgit Kömpel (SPD) und Hans Gerhardt (Kolpingjugend).

Die „Stammtisch-Moderatoren" beim Diözesanverband Fulda.

Einladungsflyer zum Fachtag am 17. Juni 2017

Christiane Löffler

Aktionszeichen

Kolpingmagazin

heute für morgen. wählen!

Der Aufruf des Bundesvorstandes, begleitende Aktionen zur Bundestagswahl 2017 durchzuführen, findet bereits Resonanz. Auch die Kolpingsfamilien sollen aktiv werden.

Nach dem Aufruf des Bundesvorstandes, sich zur Bundestagswahl 2017 in die politische Diskussion einzubringen, wurde die im Februar an alle Kolpingsfamilien versandte 32-seitige Arbeitshilfe bereits mit Spannung erwartet. Auch ein dreiminütiger Videofilm, der über die Aktion informiert und in die vorgeschlagenen Themen einführt, verstärkte das Interesse an der Aktion unter dem Motto „heute für morgen. Wählen!“.

Informationen und Arbeitsmaterial dazu gibt es auf der Homepage www.kolping.de/Bundestagswahl2017. 

Dazu zählen eine Digitalversion der Arbeitshilfe, unterschiedliche Versionen des Aktionszeichens und die Möglichkeit, das Kurzvideo zur Wahlaktion nicht nur anschauen, sondern auch herunterladen zu können.

Obwohl der Wahlkampf vermutlich erst stärkernach dem Sommer entfacht wird, haben viele Engagierte im Kolpingwerk erkannt, wie sinnvoll eine rechtzeitige Vorbereitung sein kann.

Mehrere Diözesanverbände haben ihre Verantwortlichen bereits im Frühjahr auf die Wahlaktion eingestimmt. Der Diözesanverband Dresden-Meißen nutzte zum Beispiel die Diözesanversammlung in Plauen und lud den Direktor der katholischen Akademie des Bistums, Thomas Arnold, zu einem Impulsvortrag zum Thema „Pulverfass Demokratie – Verantwortung von katholischen Sozialverbänden wie Kolping (nicht nur) im Jahr der Bundestagswahl“ ein. Der Funkesprang dabei deutlich spürbar über.

Der Diözesanverband Fulda zeigte sich ebenfallseinfallsreich. Die Kampagne zur Bundestagswahl „Heute für Morgen. Wählen!“ machten die Verantwortlichen im Bistum Fulda zu einem inhaltlichen Themenschwerpunkt ihrer Diözesanversammlung. Dazu luden sie auch die Mitglieder des Deutschen Bundestags, Michael Brand (CDU) und Birgit Kömpel (SPD), zu einer Podiumsdiskussion ein.

Zuvor betraten überraschend fünf „Kolpingwirte“ den Saal, um die 108 Teilnehmenden der Diözesanversammlung zu Stammtischgesprächen einzuladen. Bei echtem Kolpingkölsch wurde Tacheles geredet zu den Themen „Arbeit und Soziales“, „Europa“, „Flucht und Integration“, „Eine Welt“ und „Familie“. Alle zehn Minuten wurde die Kolpingkneipe gewechselt.

So kamen viele locker ins Gespräch, und unterschiedliche Standpunkte wurden deutlich. Interessant war dabei, dass die Gesprächsrunde generationenübergreifend war – von der Kolpingjugend bis zu altgedienten Kolpingern. Denn mittlerweile hatte sich auch die Diözesankonferenz der Kolpingjugend angeschlossen.

Sehr emotional war auch das Thema „Familie“. Welches Bild haben wir von Familie, was ist Familie? Ist Familie ein Armutsrisiko und wo sollte die Politik hier eingreifen? Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie Armutsrisken für Frauen im Alter bewegten die Teilnehmenden. Auf jeden Fall sollte Familie nicht der Lastesel der Gesellschaft sein, und Steuerpolitik müsse sich nach den Familien richten.
Der Stammtisch „Eine Welt“ beschäftigte sich mit Entwicklungshilfe. Dort lauteten die Fragen: Wie kommt sie an? Wie stellen wir sicher, dass Korruption vermieden wird und die Menschen eine „Hilfe zur Selbsthilfe“ bekommen?
Jede Menge Gesprächsstoff bot auch das Thema „Arbeit und Soziales“. Die Schere zwischen Arm und Reich klaffe immer weiter auseinander. Befristete Verträge erschwerten vor allem jungen Menschen die Zukunftsplanung.
Beim Thema „Flucht und Integration“ wurden die Probleme mit großen Erstaufnahmelagern und der kulturellen Integration angesprochen. Entscheidend sei die Hilfe in den Herkunftsländern, damit nicht gut ausgebildete junge Männer scharenweise das Land verlassen und ein Wiederaufbau erschwert werde.

„Die Position des Kolpingwerkes ist es, mit Sachthemen statt Populismus zu diskutieren“, brachte es Hans Gerhardt, Diözesanleiter der Kolpingjugend im DV Fulda, auf den Punkt. Es erfolgte der Aufruf, bei der Bundestagswahl wählen zu gehen; denn je höher die Wahlbeteiligung, desto geringer seien die Chancen für Extremisten. Bei der abschließenden Kaffeerunde wurden die vielfältigen Eindrücke noch thematisiert. Ihre Begeisterung fasste eine Teilnehmerin in dem Satz zusammen: „Wenn ich nicht schon Mitglied bei Kolping wäre, würde ich jetzt eintreten.“

Auch auf Bundesebene gibt es – neben den erwähnten Arbeitshilfen – eine weitere Möglichkeit für engagierte Kolpingmitglieder, sich auf die Bundestagswahl vorzubereiten. Am 17. Juni findet in Frankfurt am Main eine für alle Interessenten offene Veranstaltung unter dem Thema „Heute für morgen – Fit für die Wahl!“ statt. Der Fachtag wird gemeinsam vom Bundesfachausschuss „Gesellschaft im Wandel“ und der Arbeitsgruppe „heute für morgen“ der Kolpingjugend organisiert. Die Veranstaltung bietet Diskussionsmöglichkeiten mit Expertinnen und Experten aus Politik und Gesellschaft in fünf moderierten Workshops zu den Themenfeldern Arbeitswelt, Soziales, Familienpolitik, Integration von Geflüchteten und Europa. Alle Teilnehmenden haben die Möglichkeit, an zwei Workshops teilzunehmen.
Anmeldungen bis zum 4. Juni. Per E-Mail an: sabine.huebsch@kolping.de oder per Telefon: (0221) 207 01-145. 

Text: Martin Grünewald

 

"Der Fachtag ist eine generationsübergreifende Veranstaltung, bei der die verschiedenen Generationen im Kolpingwerk miteinander ins Gespräch kommen sollen. Gemeinsam können sie sich austauschen und gegenseitig neue Denkanstöße geben. Es gibt keine vorgefertigten Meinungen, sondern alle Teilnehmenden sollen sich durch die Gespräche mit Expertinnen und Experten ein eigenes Bild machen." Christiane Löffler, Leitung der AG heute für morgen der Kolpingjugend