Unsere Kolping-Vizepräsidenten: Im Bild von links nach rechts: Peter Becker - HWK des Saarlandes, Alexander Wendt - HWK Magdeburg, Markus Haßelbeck - HWK für München und Oberbayern, Ralf Noltemeyer - HWK Ostwestfalen Lippe zu Bielefeld, Franz Wieching - HWK Münster, Michael Lehnert - HWK der Pfalz Kaiserslautern, Karl-Heinz Reidenbach - HWK Düsseldorf, Oskar Obarowski – Referat Arbeitswelt und Soziales, Werner Baas – Mitglieder der Kommission Handwerk, Reinhard Ockel – Kolping Bundesvorstand und Leiter der Kommission Handwerk. Nicht im Bild: Stephan Hövelmann - HWK Osnabrück -Emsland - Grafschaft Bentheim. Entschuldigt: Stefan Cibis - HWK Oldenburg / DHKT Vorstand, Franz Greipl - HWK Niederbayern-Oberpfalz, Karl-Peter Wittig - HWK Oberfranken/Bayreuth.

Bundesebene

Handwerk: Arbeitnehmervizepräsidenten tagten

Zwei Tage lang wurde über aktuelle Entwicklungen im Handwerk, Digitalisierung, Mitbestimmung und Attraktivität der Ausbildungsberufe diskutiert. Die Handwerkskammer der Pfalz und damit auch ihr Vizepräsident Michael Lehnert (Kolpingwerk) hatten zur DHKT-Frühjahrstagung nach Kaiserlautern eingeladen.

DHKT ist die Abkürzung für den Deutschen Handwerkskammertag. Vom 5. bis 6. Mai fand in Kaiserslautern die DHKT-Frühjahrstagung der Arbeitnehmervizepräsidenten/-innen statt. Im Mittelpunkt standen Vorträge und Diskussionen um die Digitalisierung der Arbeitswelt, Zeitsouveränität und Mitbestimmung.

Eindrucksvoll war der Vortrag von Dr. Andreas Zeuch (Autor und Coach), der deutlich machte, dass betriebliche Mitbestimmung und wirtschaftlicher Erfolg keine Gegensätze sind. Anhand von ausgewählten Beispielen zeigte er, dass Unternehmen mit sehr flachen Hierarchien und vielen demokratischen Elementen daraus Kapital schlagen können. Denn wenn die Experten aus der Fertigung bei Entscheidungen mitreden dürfen, lassen sich Fehler in der Führungsetage oft vermeiden. Außerdem sieht er einen direkten Einfluss auf die Motivation der Mitarbeitenden. Mit seinem Beitrag lieferte Zeuch viele Argumente für die Gründung von Betriebsräten und die Ausweitung der Mitbestimmung.

Auch in Bezug auf den digitalen Wandel sei Mitbestimmung und „das miteinander reden“ der Schlüssel, um die zunehmend geforderte Flexibilisierung zu managen, so Prof. Dr. Jutta Rump vom Institut für Beschäftigung und Employability IBE. Sie skizzierte in ihrem Vortrag das Spannungsverhältnis zwischen den neuen Erwartungen der Mitarbeitenden an ihre Work-Life-Balance und die wirtschaftlichen Interessen der Unternehmen. Außerdem beschrieb sie aus ihrem persönlichen Alltag die Schwierigkeiten, die entstehen, wenn Mitarbeitende nur noch im Homeoffice arbeiten, die Kommunikation nur noch über E-Mails läuft und menschliche Begegnungen fehlen. Ihre Schlussfolgerung: Technische Innovationen bedürften immer auch sozialer Innovationen. 

Obwohl inzwischen aus den meisten Ämtern ausgeschieden, war auch Werner Baas (Kommission Handwerk) in Kaiserlautern eingeladen. In der Vorbesprechung der Kolping-Vizepräsidenten nutzte Reinhard Ockel die Gelegenheit, um ihm für sein langjähriges Engagement im DHKT-Vorstand und als Vizepräsident in der HWK Freiburg zu danken. Er wird auch weiterhin die Kommission Handwerk im Kolpingwerk mit seiner Fachexpertise unterstützen. Besonders erfreulich: Im Februar dieses Jahres wurde Werner Baas zudem in den Vorstand der Bundeshandwerkerkonferenz der IG BAU gewählt.

Die DHKT-Herbsttagung der Arbeitnehmervizepräsidenten/-innen findet am 13./14. Oktober 2017 in Hannover statt.