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Fluchtursachen müssen bekämpft werden

Am 13. Mai fand in der Kolpingbildungsstätte in Coesfeld die Fachtagung "Bekämpfung von Fluchtursachen" statt.

Eingeladen hatten der Kolping-Bundesfachausschuss „Verantwortung für die Eine Welt“, das Kolping Netzwerk für Geflüchtete und das Internationale Kolpingwerk.

43 Teilnehmende informierten sich über die Situation von Geflüchteten. Sie hinterfragten, warum Menschen ihre Heimat verlassen, alles hinter sich lassen und sich auf eine oft sehr gefährliche Flucht begeben.

Referent Dr. Benjamin Etzold vom Friedens- und Konfliktforschungszentrum BICC in Bonn belegte mit Zahlen, dass in Deutschland und der EU die aktuelle Zahl der aufgenommen Geflüchteten vergleichsweise gering ist. “Die Katastrophen finden woanders statt“, sagte er und verwies unter anderem auf Flüchtlingslager in Kenia und Jordanien, die hinsichtlich der dort lebenden Menschen die Ausmaße größerer Städte haben. Die meisten Geflüchteten fliehen in Nachbarländer, bei denen es sich oft auch um Entwicklungsländer handelt, die mit dem Zustrom so vieler Menschen oft völlig überfordert sind.

Referentin Dr. Eva-Maria Hertkens berichtete anschließend von der dramatischen Situation der Menschen im Ostkongo. Dort werden unter oft menschunwürdigen Bedingungen Mineralien, die sogenannten „seltenen Erden“ abgebaut, die als Rohstoffe für die Produktion von Handys und Smartphones benötigt werden. Menschen werden für diese Arbeit versklavt. Rebellen und Militär wenden extreme Gewalt an: Tötungen, Vergewaltigungen, Verstümmelung werden als Waffen eingesetzt. Davor fliehen traumatisierte Menschen in Nachbarländer wie Ruanda und Burundi.

In der anschließenden Diskussion überlegten die Teilnehmenden, was Menschen in den Industrienationen, und ganz konkret auch hier in Deutschland tun können, um Fluchtursachen zu bekämpfen. Die Teilnehmenden wollen ihre Ideen, Anregungen und Forderungen nun zu allen Ebenen des Kolpingwerkes und hier zu den Kolpingsfamilien tragen, um dort Bewusstsein zu schaffen und um gemeinsam daran zu arbeiten, Fluchtursachen wirksam zu bekämpfen und Menschen in ihren Heimatländern ein sicheres, friedliches Leben zu ermöglichen.

Parallel zur Tagung konnten die Teilnehmenden sowie die Bürgerinnen und Bürger aus Coesfeld und der Region den missio-Truck zum Thema Flucht und das Infomobil des Kolping-Netzwerks für Geflüchtete besuchen.