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Festakademie für Hubert Tintelott

Er war 39 Jahre Generalsekretär des Internationalen Kolpingwerkes (IKW). Anlässlich seines 70. Geburtstages haben ihn das IKW und die Thomas-Morus-Akademie mit einer Festakademie geehrt.

Was ihn denn in seiner Zeit als Generalsekretär am meisten beeindruckt habe, fragte Moderatorin Karin Kortmann, die Vizepräsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken. Da muss der Ehrengast nicht lange nachdenken: „Es gibt an vielen Orten große Armut. Sie ist mir bei meinen Reise häufig begegnet. Wenn ich dann nach einiger Zeit in eine Kolpingsfamilie zurückgekehrt bin und erlebt habe, dass es dort vielen Menschen wesentlich besser ging, dann war das für mich das wichtigste.“
Als Hubert Tintelott im Jahr 1973 zum Generalsekretär gewählt wurde, da war er 26 Jahre alt und das Kolpingwerk hatte gerade angefangen, sich neu auszubreiten. Es gab den Verband in 14 Ländern. Als er vor fünf Jahren in den Ruhestand ging, waren es 61 Länder. Daran erinnerte Generalpräses Ottmar Dillenburg in seiner Laudatio. Treffend charakterisierte er: „Hubert kann Menschen ansprechen und gewinnen!“ Und der Generalpräses brachte ihn in Verbindung mit dem Verbandsgründer Adolph Kolping, der betont hatte: „Wer Menschen gewinnen will, muss sein Herz zum Pfande einsetzen.“
Hubert Tintelott habe nicht nur das inhaltliche und strukturelle Fundament gelegt, sondern sich auch an der mitunter mühevollen Weiterentwicklung des internationalen Werkes „oft federführend“ beteiligt.
Gleichzeitig zu der anstrengenden Aufgabe als Generalsekretär habe er auch zahlreiche Ehrenämter in Deutschland ausgefüllt: Sprecher des Zentralkommitees der deutschen Katholiken (ZdK) für Europafragen, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft für Entwicklungshilfe (AGEH), Mitglied in der deutschen Kommission Justitia et Pax sowie beim kirchlichen Hilfswerk Renovabis.
„Hubert Tintelott war bei allem authentisch von unten bis oben“, sagte Generalpräses Ottmar Dillenburg. Sein Charakter und sein Glaube hätten ihm geholfen, neben vielen Erfolgen und Höhen auch Tiefen zu durchschreiten. Gerade, wenn es schwierig geworden sei, habe er an das Vorbild Adolph Kolpings erinnert und entsprechende Lösungen gefunden.
Für das Kolpingwerk Deutschland gratulierten Bundessekretär Ulrich Vollmer und die stellvertretende Bundesvorsitzende Klaudia Rudersdorf. An der Festakademie nahme zahlreiche Gäste aus dem In- und Ausland teil, darunter Generalpräses iR Heinrich Festing und Ehrenbundespräses Alois Schröder. Zu den Rednern der Festakademie gehörten Dr. Ludwig Schick, Erzbischof der Diözese Bamberg und Vorsitzender der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz, sowie Prof. Dr. Gerhard Kruip vom Lehrstuhl für Christliche Anthropologie und Sozialethik, Johannes Gutenberg-Universität Mainz.

Als weltweit tätige Akteure der Zivilgesellschaft berichteten Fr. Antony Raj (Indien), Dancille Mujawamariya (Ruanda) und Vasyl Savka (Ukraine) über ihre Erfahrungen als Leitungskräfte im Kolpingwerk.

Weiterer Bericht über die Festakademie hier.

Manuskript des Festvortrages von Erzbischof Schick zum Herunterladen: