v.l.: Matthias Donauer, Alexander Suchomsky, Michael Detjen, Andreas W. Stellmann.

Aus den Regionen

Europa für die Menschen

Der Europaabgeordnete Michael Detjen sprach im Rahmen der Diözesanversammlung des Kolpingwerkes Diözesanverband Speyer in Winnweiler.

„Europa ist mehr als der Binnenmarkt. Europa ist für die Menschen da“, sagte Michael Detjen, Abgeordneter des Europäischen Parlamentes, vor den 80 Delegierten der Diözesanversammlung des Kolpingwerkes DV Speyer im Festhaus der Gemeinde Winnweiler. Europa fördere Jugendliche, die in einem anderen EU-Land studieren wollen; Europa unterstütze Arbeiterinnen und Arbeiter, ihre Dienste in einem Nachbarland anbieten zu können; Europa schaffe das Recht, dass erworbene Rentenansprüche in einem EU-Land ins andere mitgenommen werden können. Detjen setzte sich für eine europäische Sozialunion ein, für eine echte Angleichung der Lebensstandards in allen EU-Ländern.

Als einen wichtigen Schritt auf die Sozialunion hin sieht der frühere Gewerkschafter die am 17. November 2017 von den europäischen Staats- und Regierungsschefs beschlossene europäische Säule sozialer Rechte. Sie intendiere die Bereitstellung neuer und wirksamerer Rechte für Bürgerinnen und Bürger. Sie baue auf 20 Grundsätzen auf, die Chancengleichheit und Arbeitsmarktzugang, faire Arbeitsbedingungen, Sozialschutz und soziale Inklusion in den Mitgliedsstaaten fördern wollen. Am Beispiel der Entsenderichtlinie erläuterte der Politiker, wie wichtig es sei, im gesamten Binnenraum der EU gleichen Lohn für gleiche Arbeit am gleichen Ort durchzusetzen. Das sei ein echter europäischer Mindeststandard. „Menschen, die fair entlohnt, die nicht in Konkurrenz mit ihren Kollegen aus dem EU-Ausland gestellt werden, lassen sich nicht so schnell von Nationalisten und Rassisten instrumentalisieren und gegeneinander ausspielen“, davon zeigte sich Detjen überzeugt.

Matthias Donauer, stellvertretender Diözesanvorsitzender und verantwortlich für den Aufgabenbereich Gesellschaft und Politik im Diözesanvorstand, moderierte im Anschluss ein Gespräch zwischen dem Abgeordneten und dem jugendpolitischen Bildungsreferenten der Kolpingjugend im Kolpingwerk Deutschland, Alexander Suchomsky. Die Kolpingjugend habe seit drei Jahren einen europapolitischen Schwerpunkt in ihrer Arbeit, sagte Suchomsky. 2016 positionierte sie sich in einem Beschluss „Für die Einheit Europas und gegen nationale Alleingänge“. Im Frühjahr 2018 veröffentlichte die Kolpingjugend eine Erklärung „Europa als Raum der Solidarität und des sozialen Zusammenhalts“. Sie rief dazu auf, die europäische Säule sozialer Rechte nicht nur als unverbindliche Übereinkunft zu sehen, sondern mit Leben zu erfüllen, damit Europa in der Welt zu einem Ort werde, an dem der Mensch im Mittelpunkt stehe und sich frei entfalten könne. Detjen sah in der Erklärung der Kolpingjugend viele gemeinsame Ansätze. Europa müsse Ökonomie, Ökologie und soziale Rechte miteinander versöhnen und in eine den Menschen dienende Einheit zusammenführen.

Diözesanvorsitzender Andreas W. Stellmann dankte Kolpingbruder Michael Detjen herzlich für sein Referat und das leidenschaftliche Plädoyer für ein soziales Europa. Detjen, der selbst Mitglied der Kolpingsfamilie ist, betonte, dass er gerne zum Kolpingwerk gekommen sei. Wenn es um Menschenrechte, um Fragen sozialer Gerechtigkeit gehe, um eine menschenwürdige Lösung der Migrationsproblematik und den Kampf gegen das Gift des Nationalismus, wisse er Kolping an seiner Seite.

Weiteres wichtiges Thema der Beratungen war der verbandsinterne und bundesweit geführte Erneuerungsprozess „Kolping Upgrade“.

Weitere Informationen auf www.kolping-dv-speyer.de.