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Deutsche Bischöfe gehen auf Donum Vitae zu

„Im Streit um die Schwangerenberatung der katholischen Kirche gibt es nach Jahrzehnten eine entscheidende Annäherung.“ So formuliert es der Newsletter des Vatikan.

„Die Deutsche  Bischofskonferenz hat erstmals offiziell gewürdigt, dass sich auch der Verein Donum Vitae für den Schutz des Lebens einsetzt und Erfolge in der Konfliktberatung erzielt“, heißt es im Bericht aus dem Vatikan, der am 24. Januar erschien.

Im Oktober 2016 hatte die Bundesversammlung des Kolpingwerkes die Deutsche Bischofskonferenz aufgefordert, „das bei Donum Vitae erbrachte Engagement aus christlicher Verantwortung heraus anzuerkennen“. Das Kolpingwerk Deutschland hat in dieser Erklärung als erster katholischer Verband die Rückkehr der Kirche in das staatliche Beratungssystem gefordert – wie es Donum Vitae bereits praktiziert. Dieser Beschluss hatte eine öffentliche Debatte ausgelöst.

Donum Vitae entstand, nachdem sich die Katholische Kirche in Deutschland aus dem staatlichen Beratungssystem zurückgezogen hatte. Es handelt sich um eine Initiative katholischer Laien.

In der entscheidenden Passage des „Memorandums zum Lebensschutz“ der Bundesversammlung heißt es: „Mit Befremden stellt das Kolpingwerk Deutschland fest, dass sich unter den anerkannten und staatlich geförderten Trägern von Beratungsstellen in Schwangerschaftskonflikten auch solche Organisationen befinden, die eine Abwägung zwischen dem Lebensrecht des ungeborenen Kindes einerseits und den möglichen Nöten und Konfliktsituationen der schwangeren Frau andererseits völlig ablehnen. So überrascht auch nicht, dass in den Positionen und Publikationen dieser Träger der Schwangerschaftskonfliktberatung mit keinem Wort das Lebensrecht des ungeborenen Kindes erwähnt wird.
Bedauerlich und im Ergebnis verheerend ist der Rückzug der katholischen Kirche aus dem Beratungssystem gemäß § 219 StGB im Jahr 2001. Der Initiative „Donum Vitae“, die aus Mitglieder des Zentralkomitees der deutschen Katholiken und aus Trägern früherer katholischer Beratungsstellen hervorgegangen ist, ist es zu verdanken, dass es weiterhin Beratungsstellen gibt, deren Träger uneingeschränkt hinter den gesetzlichen Regelungen und den Ansprüchen des Bundesverfassungsgerichtes für eine grundgesetzkonforme Umsetzung der Konfliktberatung stehen.
Eine Beratung im Sinne des § 219 StGB kann nur gewährleistet sein, wenn die Beratungsstelle auch in der Lage ist, eine entsprechende Bescheinigung auszustellen. Deshalb fordert die Bundesversammlung des Kolpingwerkes Deutschland die Deutsche Bischofskonferenz auf, das bei Donum Vitae erbrachte Engagement aus christlicher Verantwortung heraus anzuerkennen. Vor dem Hintergrund des Bewusstseinswandels in der Gesellschaft und der eingetretenen Beratungspraxis empfiehlt das Kolpingwerk Deutschland eine Rückkehr in das Beratungssystem nach § 219 StGB.

Hier der Bericht im Vatikan-Newsletter.

Hier der Link zum Beschluss der Bundesversammlung 2016.

Der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (Zdk), Thomas Sternberg, sieht jetzt den Streit um die Schwangerenberatung in der Kirche „wesentlich gemildert, wenn nicht sogar gelöst“. Er freue sich, dass mit dem Schritt der Deutschen Bischofskonferenz auch der Einsatz seiner Vorgänger Rita Waschbüsch und Alois Glück für das Leben eine Würdigung finde, sagte Sternberg am Mittwochabend vor Journalisten in Nürnberg.

Zur Äußerung von Thomas Sternberg.