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Der Selige Alojs Andritzki

Der 3. Februar ist sein Gedenktag: Alojs Andritzki, Kolpingmitglied und Kolpingpräses, wurde vor 75 Jahren im Konzentrationslager Dachau durch eine Giftspritze ermordet.

Alojs Andritzki wurde am 2. Juni 1919 in Radibor als Sohn eines tiefreligiösen sorbischen Lehrerehepaars geboren. Alojs trat 1938 in Schmochtitz bei Bautzen ins Priesterseminar ein. Kurz vor Beginn des Zweiten Weltkrieges am 30. Juli 1939 wurde er im St.-Petri-Dom zu Bautzen zum Priester geweiht und trat danach seine erste Kaplansstelle an der Hofkirche in Dresden an. Dort übernahm er auch die Funktion des Präses der Dresdner Kolpingsfamilie. Durch sein unermüdliches Engagement gelang es ihm schnell, eine enge Bindung insbesondere zu den Jugendlichen aufzubauen.

Doch dauerte Andritzkis Wirken in der Gemeinde keine zwei Jahre. Bereits im Januar 1941 wurde er verhaftet. Sein Einsatz als Präses gegen das Unrecht des Nationalsozialismus wurde ihm zum Verhängnis. So war in der sein Strafverfahren einleitenden Anklageschrift ausdrücklich aufgeführt, dass er als „Präses des Kolpingvereins gegen staatliche Einrichtungen und Maßnahmen Stellung bezogen“ habe. Andritzki wurde nach dem im Dezember 1934 erlassenen „Heimtückegesetz“ verurteilt, das die Möglichkeit eröffnete, Bürger wegen Äußerungen gegen die Regierung oder die NSDAP zu einer Gefängnisstrafe zu verurteilen. Bereits im Herbst 1941 wurde er in das Konzentrationslager Dachau abtransportiert.

Im Konzentrationslager von Dachau  beschloss Andritzki daher, mit einigen anderen Priestern täglich zu beichten, um aus diesem Sakrament Kraft zu schöpfen. Körperlich schon stark geschwächt, erkrankte Alojs Andritzki im Januar 1943 an Typhus und wurde daraufhin ins Krankenrevier eingeliefert. Diese Verlegung kam allgemein einem Todesurteil gleich, deshalb erbat Alojs Andritzki den Empfang der Sterbesakramente und der hl. Kommunion.  Am 3. Februar 1943 wurde Alojs Andritzki durch eine Giftspritze ermordet. Die Urne mit seinen sterblichen Überresten wurde an die Verwandten übersandt und am 15. April 1943 auf dem inneren katholischen Friedhof in der Friedrichstraße in Dresden beigesetzt. Unter großer Beteiligung von Kolpingschwestern und Kolpingbrüdern wurde am 5. Februar 2011 die Urne von Alojs Andritzki feierlich in die Dresdner Kathedrale übertragen. Die Feier der Seligsprechung fand am Pfingstmontag (13. Juni 2011) in der Kathedrale in Dresden statt. 

Mehr dazu:
Kolpingmagazin 8-9/2011, S.39
katholisch.de: Sportler, Priester und KZ-Häftling