Sechs minderjährige Fluchtwaisen haben die Werkwoche des Diözesanverbandes Fulda absolviert und das Zertifikat erhalten. Die Gemeinschaftsstiftung hat das Projekt gefördert.

Bundesvorsitzender Thomas Dörflinger MdB ist zugleich auch Vorstandsvorsitzender der Kolping-Gemeinschaftsstiftung.

Heinz Schemken ist Ehren-Bundesvorsitzender. Er leitet das Kuratorium der Gemeinschaftsstiftung.

Herbert Barthelmes ist Aufsichtsratsvorsitzender der Kolping-Gemeinschaftsstiftung.

Hubert Albers, stellvertretender Vorsitzender der Gemeinschaftsstiftung des Kolpingwerkes Deutschland, überreicht einen Scheck im Wert von 500 Euro an die Vertreter des Projektes "Gleicher Lohn für gleiche Arbeit".

Eine Broschüre der Gemeinschaftsstiftung informiert über Möglichkeiten zur Nachlassgestaltung.

Die Broschüre sowie ein Faltblatt über die Anliegen der Stiftung können auf der Homepage bestellt oder runtergeladen werden (s.u.).

Bei der Werkwoche des Kolping-Diözesanverbandes Fulda finden junge, minderjährige Flüchtlinge Einblick in die deutsche Arbeitswelt.

Zu den Erprobungsfeldern gehören Gastronomie und Handwerksberufe.

Kolpingmagazin

Dank unserer Stiftung

Es gibt viele Möglichkeiten, Gutes zu tun. Eine davon: spenden oder stiften. Was viele nicht wissen: Das Kolpingwerk Deutschland hat vor 15 Jahren eine Stiftung gegründet. Inzwischen entdecken immer mehr Mitglieder die Möglichkeit, die Verbandsarbeit langfristig abzusichern.

Ein runder Geburtstag naht. Nicht nur, wenn der Hausstand bereits komplett ist, verzichten Jubilare immer wieder auf persönliche Geburtstagsgeschenke. Viele Mitglieder sind dankbar über ein glückliches Leben und möchten andere Menschen glücklich machen, denen es nicht so gut geht. Deshalb sammeln sie für einen guten Zweck. Immer häufiger ist das die Gemeinschaftsstiftung des Kolpingwerkes Deutschland.

Wie damit Gutes getan werden kann, zeigt das Beispiel der Werkwoche für Asylbewerber im Kolping-Diözesanverband Fulda. Dort konnten sechs unbegleitete minderjährige Asylbewerber mit hinreichender Sprachkenntnis an einer ersten Berufsorientierung im Handwerk teilnehmen. Sie werden von Kolping bereits in einer eigenen Einrichtung betreut. Koordinatorin Mareike Weißmüller hat ein Netzwerk geknüpft zwischen Kolpingsfamilien, Betrieben und Geflüchteten. Sie erläutert den Ablauf: „Die Werkwoche ist ein mehrtägiges Projekt, was theoretische Schulungseinheiten mit praktischen Erfahrungen verbinden soll. In der Theorie werden die grundsätzlichen Voraussetzungen für eine kompetente Teilnahme am deutschen Arbeitsmarkt vermittelt, an folgenden Praxistagen bekommen die Teilnehmer die Möglichkeit, für einen Tag in verschiedene Berufe hinein zu schnuppern.“

Brigitte Kram, Initiatorin und Ideengeberin des Projektes Kolping-Werkwochen, weist auf die Situation vieler Betriebe hin, die zunehmende Probleme haben, geeignete Auszubildende zu finden. Stephan Kowoll berichtet als Geschäftsführer der Kolping Recycling GmbH, die sich an dem Projekt beteiligt, über die Vorteile des Kolping-Engagements: „Der Kolping-Diözesanverband Fulda hat sich als Organisatorum rechtliche Klärungen, Versicherungsangelegenheiten und um die nötige Vorbildung der Teilnehmenden gekümmert. Kleine, mittelständige Unternehmen haben nicht die Kapazitäten, sich damit zu beschäftigen.“

Ein Flüchtling aus Äthiopien schildert seine Beweggründe: „Ich möchte praktische Erfahrungen sammeln mit einer Chance auf ein besseres Leben.“ Steffen Kempa, Diözesangeschäftsführer im DV Fulda, sieht in der Werkwoche einen Beitrag zur Integration:
„Auch wenn Geflüchtete wenig Aussicht auf ein dauerhaftes Bleiberecht haben, können sie ihr erlerntes Know-how mit in ihr Herkunftsland nehmen. Auch dann haben wir viel erreicht, und einen Beitrag zur Verbesserung der Lebenssituation initiiert.“

Aufgrund der positiven Erfahrungen plant der Diözesanverband Fulda weitere Werkwochen und sucht derzeit zusätzliche Kolpingsfamilien, die sich während der Praktikumstage um die jungen Flüchtlinge kümmern, sowie weitere Betriebe, die Tages-Praktikumsplätze zur Verfügung stellen. „Das Projekt wurde ermöglicht durch eine Anschubfinanzierung der Kolping-Gemeinschaftsstiftung und des Bistums Fulda“, betont Steffen Kempa.

Die Berufseinsteiger-Werkwochen für minderjährige Geflüchtete sind nur ein Beispiel für Projekte, die von der Gemeinschaftsstiftung gefördert wurden. Es gibt vier Fonds, die sich an den Handlungsfeldern des Kolpingwerkes orientieren: Arbeitswelt, Eine Welt, Familie und Junge Menschen. So wurden zum Beispiel folgende Projekte beim Kolpingtag hervorgehoben,die von der Gemeinschaftsstiftung finanziell unterstützt wurden: Projekt „Gleicher Lohn für Gleiche Arbeit“ des Diözesanverbandes (DV) Münster, das Projekt „Nachhaltigkeitskalender“des DV Rottenburg-Stuttgart, das Projekt „Hoffnung für das Leben“ der Kolpingsfamilie Westerwiehe für schwangere Frauen in Konfliktsituationen und das Bienenprojekt der Kolpingjugend im DV Aachen.

Kolpingsfamilien und Diözesanverbände können Vorschläge für förderungswürdige Projekte bei der Gemeinschaftsstiftung einreichen.

Spende oder Zustiftung?

Warum wurde vor 15 Jahren eine solche Stiftung gegründet? Nun, das Kolpingwerk finanziert seine gemeinnützigen Aktivitäten hauptsächlich über die Mitgliedsbeiträge. Zusätzlich wird ein langfristig zweites Standbein aufgebaut: die Gemeinschaftsstiftung des Kolpingwerkes Deutschland.

Was unterscheidet eine Spende von einer Stiftung? Eine Spende muss vom Empfänger innerhalb eines bestimmten Zeitraumes in voller Höhe zweckgemäß verwendet werden. Eine Zustiftung fließt in das Vermögender Gemeinschaftsstiftung ein, und nur die Erträge aus der Zustiftung werden zur Förderung verwendet. Die Zustiftung sichert damit eine langfristige Förderung, weil das Grundkapital nicht angetastet wird und nur dessen Erträge für gemeinnützige Zwecke verwendet werden.

Beide werden steuerrechtlich unterschiedlich behandelt: Zuwendungen (also Spenden und Mitgliedsbeiträge) können in Höhe bis zu 20 Prozent des Gesamtbetrags der Einkünfte des Steuerpflichtigen als Sonderausgaben abgezogen werden (§ 10 b Abs. 1 S. 1 EStG). Bei einer Zustiftung kann der Zuwendungsgeber einen Höchstbetrag von bis zu einer Million Euro als Sonderausgabenabzug im Jahr der Zuwendung selbst und über den Zeitraum der folgenden neun Jahre verteilt geltend machen (§ 10 b Abs. 1a EStG, § 9 Nr. 5 GewStG). In beiden Fällen spielt die Höhe der Zuwendung keine Rolle; es gibt also keinen Mindestbetrag für eine Zustiftung.

Die Gemeinschaftsstiftung verfügt über ein Kuratorium,einen Vorstand und einen Aufsichtsrat. Alle Gremien werden von Ehrenamtlichen besetzt. Kuratoriumsvorsitzender ist Heinz Schemken, Ehrenvorsitzender Kolpingwerk Deutschland. Das Kuratorium beruft den Vorstand und legt die Grundlinie der Arbeit fest. Es überwacht die Geschäftsführung und die Vermögensverwaltung. Das Kuratorium ist das Beratungs- und Kontrollorgan. Von den 30 Mitgliedern werden 17 vom Bundesvorstand entsandt, weitere 13 Personen wurden bisher ins Kuratorium berufen, darunter 12 Vertreterinnen und Vertreter aus den Landesverbänden und Regionen.

Der Vorstand führt die Geschäfte der Stiftung. Er verwaltet das Stiftungsvermögen, entscheidet über die Verwendung der Erträge auf Basis der Beschlüsse des Kuratoriums und legt Rechenschaft ab gegenüber dem Kuratorium. Vorstandsvorsitzender ist Thomas Dörflinger, Bundesvorsitzender des Kolpingwerkes Deutschland. Stellvertretender Vorstandsvorsitzender ist Bundespräses Josef Holtkotte.

Der Aufsichtsrat besteht aus sieben Mitgliedern, die vom Kuratorium der Stiftung gewählt werden. Ihre Aufgabe ist es, die Tätigkeit des Vorstandes der Stiftung zu überwachen und ihn in seiner Arbeit zu begleiten. Aufsichtsratsvorsitzender ist Herbert Barthelmes.

 

MÖGLICHKEITEN DER SPENDE ODER STIFTUNG

Geburtstag oder Jubiläum
Wer auf Geschenke verzichten möchte, kann entweder das Konto der Gemeinschaftsstiftung des Kolpingwerkes Deutschland angeben. Dann können Freunde und Bekannte einen Geldbetrag überweisen; alle erhalten eine Bescheinigung für diese Zustiftung, die sie in der Steuererklärung geltend machen können. Oder der Jubilar stellt ein Sparschwein auf und überweist den Gesamtbetrag an die Gemeinschaftsstiftung.

Kranz- und Blumenspenden
Du kannst Deine Angehörigen informieren und statt um Kränze und Blumen zur Beerdigung um Spenden für die Gemeinschaftsstiftung Kolpingwerk Deutschland bitten.

Vermächtnis
Du kannst die Gemeinschaftsstiftung Kolpingwerk Deutschland mit einem Vermächtnis bedenken. Das Vermächtnis kann einen bestimmten Betrag, aber auch einen bestimmten Gegenstand bis hin zu einer Immobilie umfassen.

Erbe
Du kannst die Gemeinschaftsstiftung Kolpingwerk Deutschland als Deinen Erben einsetzen. Falls Du darüber hinaus bestimmte Personen bedenken möchtest, kannst Du weitere Vermächtnisse in Dein Testament aufnehmen.

Kann ich bestimmen, wofür das Geld verwendet wird?
Du kannst den Förderbereich der Gemeinschaftsstiftung auswählen, der Dir am Herzen liegt: Den allgemeinen Bereich zur Förderung des Verbandes oder einen der vier Fonds „Junge Menschen“, „Familie“, „Arbeitswelt“ oder „Eine Welt“. Die Stiftung wird Dein Erbe Deinen Wünschen entsprechend verwenden.

Kann ich weitere Vereinbarungen treffen?
Du hast Wünsche, die nach Deinem Tod berücksichtigt werden sollen? Dann kannst Du in Deinem Testament bestimmte Auflagen festsetzen. Dies kann zum Beispiel eine Grabpflege für die Dauer der Ruhezeit sein oder das Bestellen von Messen zugewünschten Intentionen. Auch weitere Auflagen sind möglich. Die Gemeinschaftsstiftung berät gerne – auch in einem persönlichen Gespräch.

Steuerbefreiung
Gemeinnützige Organisationen wie die Gemeinschaftsstiftung Kolpingwerk Deutschland sind von der Erbschafts- und Schenkungssteuer befreit. Zuwendungen fließen also in voller Höhe dem vorgesehenen Zweck zu.

Broschüre
Die Gemeinschaftsstiftung des Kolpingwerkes Deutschland hat eine Broschüre herausgegeben: „Zukunft ermöglichen – Hoffnung schenken. Ein Ratgeber zur Nachlassgestaltung“. Sie kann telefonisch bestellt (0221-20701-204) oder unter hier heruntergeladen werden.

Wer hilft weiter?
Gibt es praktische Fragen? Auf der Homepage gibt es weitere Informationen sowie die Kontaktdaten von Ansprechpersonen (Telefon 0221-20 701 –202) im Bundessekretariat.

Bankverbindung für Spenden und Zustiftungen:

  • Gemeinschaftsstiftung Kolpingwerk Deutschland
  • IBAN: DE13 3705 0299 0000 1268 61

 

Text: Martin Grünewald
Bilder: Barbara Bechtloff, Georg L. Lopata, Georg Wahl, privat