Bundesebene

Dank und Anerkennung nach dem Gottesdienst

Festakt der Bundesversammlung am Grabe Kolpings in der Minoritenkirche

„Menschen, die andere nicht verurteilen, sind großartig.“ Der Kölner Weihbischof Ansgar Puff brachte beim Gottesdienst für die Teilnehmenden der Bundesversammlung die Botschaft des Evangeliums auf den Punkt. Der Text beschreibt zwei unterschiedliche Menschen, die zum Gebet ins Gotteshaus gekommen waren. Der eine, so beschrieb der Weihbischof, war ein frommer Jude, der anscheinend alles richtig machte. Der andere ein Schwindler und Ausbeuter, der sich eingesteht, dass er ein Sünder ist, der den Geboten Gottes nicht entsprechen kann. Ansgar Puff warnte davor, dass der äußere Schein der Frömmigkeit in eine falsche Haltung hineinführt. Stolz und Selbstüberschätzung könne das Ergebnis sein, aber auch Überforderung. Für den Weihbischof kommt es darauf an, zu wissen: „Wir sind nicht perfekt, aber Gott schaut uns jederzeit mit Liebe an.“

Am Ende des Gottesdienstes verlas der Weihbischof die Beauftragungsschreiben für Rosalia Walter, Geistliche Leiterin des Kolpingwerkes Deutschland, Bundespräses Josef Holtkotte und Fabian Bocklage, Geistlicher Leiter der Kolpingjugend im Kolpingwerk Deutschland.

Nach dem Gottesdienst, der von zahlreichen Bannern begleitet wurde, überreichte Bundesvorsitzender Thomas Dörflinger die Adolph-Kolping-Plakette an den früheren Präsidenten des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Alois Glück. Bevor er zum ZdK-Präsidenten gewählt wurde, war der gelernte Landwirt Alois Glück politisch in der CSU engagiert, zuletzt als Präsident des bayerischen Landtages. „Mit Alois Glück ehrt das Kolpingwerk Deutschland eine Persönlichkeit, die über viele Jahre hinweg das gesellschaftliche und kirchliche Leben in Deutschland mit gestaltet und mitgeprägt hat“, sagte der Bundesvorsitzende. Er habe immer wieder das Wort ergriffen, wenn es galt, die besondere Verantwortung der Laien in der katholischen Kirche – entsprechend den Beschlüsse des II. Vatikanischen Konzils vom allgemeinen Priestertum der Laien – einzufordern. Vielfach habe er die besondere Bedeutung der katholischen Verbände  betont.  „ Nachhaltig hat er dem organisierten Laienkatholizismus in Deutschland ein Gesicht und damit eine wahrnehmbare Stimme gegeben.“

Dem ausscheidenden stellvertretenden Bundesvorsitzenden Markus Lange überreichte der Bundesvorsitzende das Ehrenzeichen des Kolpingwerkes Deutschland. Aus der Kolpingjugend kommend – er selbst war Diözesanleiter der Kolpingjugend in der Diözese Aachen – sei ihm der Kontakt, die Förderung und Unterstützung der verbandlichen Jugendarbeit stets ein wichtiges Anliegen gewesen.  Als stellvertretender Diözesanvorsitzender und als Vorsitzender des Kolping-Bildungswerkes hat er sich später ebenfalls in die Pflicht nehmen lassen. Durch die Bundesversammlung 2012 wurde er in das Amt des stellvertretenden Bundesvorsitzenden gewählt.  In dieser Eigenschaft  oblag ihm die Leitung und Durchführung des Kolpingtages 2015. „Für mehr als 15.000 Teilnehmende bleiben die Kölner Tage ein unvergessliches Ereignis“, betonte Thomas Dörflinger.

Generalpräses Ottmar Dillenburg überreichte das Ehrenzeichen des Internationalen Kolpingwerkes an Barbara Breher, die sich auf der Bundesversammlung nicht erneut zur Wahl als stellvertretende Bundesvorsitzende stellte, aber weiterhin dem Generalpräsidium des Internationalen Kolpingwerkes angehört. Barbara Breher war auch Vorsitzende des Kolpingwerkes Europa und engagierte sich über lange Zeit in der internationalen Partnerschaftsarbeit sowie in der inhaltlichen und strukturellen Weiterentwicklung des Internationalen Kolpingwerkes. Ebenso wie Markus Lange wurde sie mit Standing Ovations und anhaltendem Beifall verabschiedet.