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Chancen für Kirche und Kolpingwerk

Fachtagung für Geistliche Leiterinnen und Geistliche Leiter wertvoll für den Verband

Erstmals nach Einführung des eigenständigen Amtes Geistliche Leiterin / Geistlicher Leiter wurde zu einer bundesweiten Fachtagung speziell für diese Zielgruppe eingeladen. Ziel dieser Veranstaltung im Kolpinghaus Fulda war, das Verständnis dieses Vorstandsamtes sowie die Aufgaben und die Rolle der Laien in der Kirche zu thematisieren. Dabei sollte ein Austausch untereinander ermöglicht werden, damit gute Erfahrungen weitergegeben werden können und somit gegenseitige Ermutigung stattfindet. Die Zahl von 45 Teilnehmenden ist ein Beleg dafür, wie wichtig dieses Angebot war. Das Einstiegsreferat „Geistliche Leitung – Chancen für Kirche und Verband“ von Claudia Kunz; Referat Pastorale Entwicklung der Deutschen Bischofskonferenz, verdeutlichte, wie wichtig und unverzichtbar die Mitarbeit von Laien in der Pastoral ist. Mut machend waren Ihre Aussagen und Verweise auf das Zweite Vatikanische Konzil sowie auf das Papier der deutschen Bischöfe mit dem Titel „Gemeinsam Kirche sein“.

Vertieft wurde die Thematik in einer Talkrunde, die mit Statements der Diskussionsteilnehmenden begann. Claudia Kunz unterstrich in ihren Aussagen die Wichtigkeit der Mitgestaltung von Kirche vor Ort durch Geistliche Leiter/innen. Das Zusammenspiel von Priestern und Laien in der Pastoral thematisierte Bundespräses Josef Holtkotte. „Die Kolpingsfamilie als Pastorale Orte in einem Netzwerk – was heißt das für die Geistliche Leitung“ war die Überschrift der Ausführungen von Rosalia Walter, der Geistlichen Leiterin des Bundesverbandes. Ihre Aussagen hatten viele Schnittmengen zum letzten Statement mit dem Thema „Die Kolpingsicht auf Geistliche Leitung“ und/oder „Die Identität der Geistlichen Leitung in der Kolpingsfamilie“, welches Maria-Magdalena Fohrmann vom Bundesfachausschuss „Kirche mitgestalten“ in die Diskussion einbrachte. Der Moderator, Fabian Bocklage (Geistlicher Leiter der Kolpingjugend Deutschland) verstand es, den „roten Faden“ zu spinnen und Fragen oder Meinungen einzelner Teilnehmerinnen und Teilnehmer einzubeziehen.

Mit der Methode „World-Café“ unter Leitung von Marcus Henning, Mitglied des Bundesfachausschusses „Kirche mitgestalten“, wurde an sechs Stehtischen mit den Teilnehmenden zu folgenden Überschriften gearbeitet:

  • Was gibt Adolph Kolping der geistlichen Leitung mit auf dem Weg
  • Zusammenspiel von Geistlichen Leiter/innen und Priestern
  • Ein Amt, welches nicht dient, hat ausgedient
  • Charismen-Orientierung in der Kolpingsfamilie
  • Geistliche Leiter/innen gestalten Kirche vor Ort mit
  • Kolpingsfamilie als pastoraler Ort in einem Netzwerk pastoraler Orte – was heißt das für die Geistliche Leitung.

In vier Workshops konnten dann die Teilnehmenden verschiedene Angebote intensiv erleben. Sie reichten von „Glaube anders entdecken“ über „Bibiolog“ und „Fantasiereise“ bis hin zu „Praktische Arbeit anhand ausgelegter Materialien“. Mitglieder des Bundesfachausschusses „Kirche mitgestalten“ leiteten diese Einheiten.

Die Reflexion verdeutlichte, wie wertvoll die Teilnehmenden diese Fachtagung empfanden. Sätze wie: „Das Miteinander, der Austausch und die Begegnung sind wertvoll und bereichernd.“ oder „Die positive Stimmung, ich kämpfe nicht allein, ich bin in einem Netzwerk, dass uns trägt.“ bzw. „Charismen zu sehen und ohne zu werten diese annehmen und fördern“, zeigen, dass mit der Fachtagung ein Nerv getroffen wurde. Hilfreich war für die Teilnehmenden auch die Materialbörse, die die Vielfalt vorhandener Arbeitshilfen im Verband dokumentierte.

Die spirituellen Elemente der Fachtagung am Beginn, als Morgenlob und Mittagsgebet sowie der Abschluss wurden besonders gestaltet, so dass diese zusätzlich als Anregungen mit nach Hause genommen werden konnten.