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Alternativen zur Ungerechtigkeit

Kolping Diözesanfrauenwallfahrt: Prälat Peter Kossen appelliert zum Einsatz für osteuropäische Werkvertragsarbeiter

Etwa 420 Kolping-Frauen aus dem Bistum Münster kamen bei bestem Wetter auf dem Annaberg zur Frauenwallfahrt des Kolpingwerkes Diözesanverband (DV) Münster zusammen. Seit mittlerweile 34 Jahren ist dieser Wallfahrtsnachmittag in Haltern am See ein fester Termin. Um den Glauben zu teilen, um ein starkes Zeichen als Gemeinschaft innerhalb des Kolpingwerkes zu setzen. Denn erst seit 50 Jahren ist eine Mitgliedschaft für Frauen möglich. Unter dem Leitwort „Ich will euch Zukunft und Hoffnung geben“ (Jer. 29.11) zur Gottesmutter Maria als Fürsprecherin hatte das Vorbereitungsteam mit Maria Upmann, Cäcilia Tillmann, Barbara Domhöfer, Magdalene Rösner und Diözesanseelsorgerin Ursula Hüllen Texte und Lieder zu Meditation, Rosenkranzgebet und Abschlussmesse vorbereitet. Zwischendurch war Zeit, den idyllischen Kreuzweg zu gehen oder beim Picknick Frauen aus anderen Kolpingsfamilien wieder zu sehen. Die Kolpingsfamilie Haltern am See leistete tatkräftige organisatorische Unterstützung.

In seiner Predigt redete Peter Kossen Tacheles, um unermüdlich für diese menschenverachtenden Gegebenheiten mitten unter uns zu sensibilisieren. „In unserer Zeit scheint sich in der Arbeitswelt schleichend etwas wieder einzustellen, was in der ‚Sozialen Marktwirtschaft‘ längst als überwunden geglaubt wurde. Werkverträge und Leiharbeit werden in großem Stil missbraucht für Lohndumping und Ausbeutung in verschiedenen Branchen.“ Das System stützte sich vielfach ab auf das skrupellose Geschäft krimineller Subunternehmer. Deren Willkür und Gier seien die Werkvertrags- und Leiharbeiter schutzlos ausgeliefert. Es würden Umgehungsstrategien praktiziert, um den Mindestlohn auszuhöhlen. „Gott steht auf der Seite der Kleinen und Schwachen. Dann muss die Kirche, dann muss Kolping genau dort stehen!“ Peter Kossen prangerte nicht nur die Missstände an, sondern gab den Kolpingern viele Ideen zum unmittelbaren Tätigwerden mit auf den Weg in ihre Gemeinden.

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Text und Foto: Rita Kleinschneider