Ausgelassene Stimmung beim Tanzen nach getaner Arbeit in Tansania.

Der Kontakt zur Bevölkerung spiel bei den Workcamps eine wichtige Rolle.

Kolpingmagazin

Afrika im Doppelpack: "Work&Travel" im Namen Kolpings

Keinen Luxus, aber authentische Einblicke in fremde Kulturen und die Herzlichkeit der Bevölkerung bescheren die Workcamps, die auf der ganzen Welt angeboten werden. Katharina und Eva haben aus Tansania und Südafrika viele Erlebnisse und Erfahrungen mitgebracht.

Dar-es-Salam – was zunächst nach einer arabischen Wüstenstadt klingt, ist der Name der größten Stadt Tansanias an der Ostküste Afrikas. Ein Land, das seit Jahren beliebtes Ziel der Workcamps ist, die von den Kolping Jugendgemeinschaftsdiensten veranstaltet werden. Im Sommer flog Katharina (24) aus Paderborn nach Dar-es-Salam, um drei Wochen lang an einem sozialen Projekt in Kewkitui mitten in den Usambarabergen fern der Heimat mitzuarbeiten und anschließend für eine Woche zusammen mit anderen Workcamp-Teilnehmenden durchs Land zu reisen. Mit einem luxuriösen All-inclusive-Urlaub ist der freiwillige Arbeitseinsatz nicht zu verwechseln, da Strom und fließend Wasser in den tansanischen Bergen nicht immer verfügbar sind und ganz ursprüngliche Alltagsaufgaben wieder auf der Tagesordnung stehen: Holz hacken, Feuer machen, Wasser holen, kochen, spülen …

Die 22-jährige Eva aus Mönchengladbach hatte sich Südafrika als Ziel für ihr Workcamp ausgesucht und entschieden, in einigen Townships vor den Toren Kapstadts mit anzupacken. Die für Südafrika typischen Wohnsiedlungen der schwarzen Bevölkerung haben häufig mit ihrer wachsenden Größe den Charakter eigenständiger Städte erreicht – Kriminalität und Armut sind ein grundsätzliches, wenn auch je nach Township unterschiedlich stark ausgeprägtes Problem. „Wir durften das umzäunte Gelände während der Zeit in diesem Projekt nur verlassen, um wieder in den Minibus einzusteigen, der uns täglich von der Unterkunft ins Township und wieder zurück gebracht hat. Innerhalb dieses Zauns überzeugte jedoch vor allem die Herzlichkeit der Menschen“, betont Eva. „Wir haben in einem Altenheim in der Küche, der Wäscherei, bei der Physiotherapeutin und beim Hausmeister mitgearbeitet, haben einen Bereich voller Unkraut in ein Gemüsebeet verwandelt und gemeinsam Plätzchen gebacken.“

Katharina war unterdessen in Tansania auf einer Baustelle beschäftigt, unter anderem mussten Steine gepresst und transportiert werden. „Die rote Erde und der Staub waren überall, und nichts blieb sauber“, gestand Katharina, „aber die gemeinsame Arbeit machte viel Spaß.“
Zurück in der Unterkunft stand erst einmal Duschen auf dem Plan, bevor die freien Abende zum gemeinsamen Spielen oder Singen und Tanzen am Lagerfeuer genutzt wurden. Der Kontakt zur lokalen Bevölkerung fiel leicht und war für beide Seiten bereichernd. „Wir zeigten den Dorfbewohnern, wie man Discofox tanzt und lernten selbst einen traditionellen ostafrikanischen Tanz kennen.“

Einen typischen deutschen Abend hat Eva inStrandfontain veranstaltet, dem Vorort von Kapstadt, in dem ihre Unterkunft war. Kartoffelsalat, Schäufele, Rote Grütze sowie – passend zum südafrikanischen Winter – Glühwein und gebrannte Mandeln stießen bei den Südafrikanern auf Begeisterung. In ihrer vierten Woche ist Eva die Garden Route entlanggefahren, die sich an der Südküste bis nach Port Elizabeth erstreckt. Kap Agulhas, der südlichste Punkt Afrikas, zwei Safaris und der Addo-Elefanten-Nationalpark standen auf dem Programm.

Auch für Katharina ging es zum Schluss auf Safari. Im Tarangire-Nationalpark gab es für die Workcamper die volle Bandbreite der afrikanischen Tierwelt zusehen, darunter Zebras, Löwen, Giraffen, Geparden und Affen. Als Zugabe wartete noch eine Schnorcheltour zu einer Insel im Indischen Ozean. „Nipemaneno mazuri“ – so bittet man in der tansanischen Landessprache Suaheli mit einem auch bei uns bekannten Lied um richtige Worte, erklärt Katharina. Zum Beispiel, um das Erlebnis Afrika zu beschreiben, mit dem alle Workcamp-Teilnehmenden erfüllt wieder in ihre Heimat zurückgekehrt sind.

 

Auch für 2017 gibt es noch freie Plätze! Eine ausführliche Liste mit Workcamp-Zielen auf der ganzen Welt und viele Erfahrungsberichte sowie Anmeldeinformationen findet Ihr unter www.kolping-jgd.de. 

 

Text: Matthias Böhnke
Bilder: Kolping Jugendgemeinschaftsdienste