Geistlicher Impuls Bundesebene

Verklärung des Herrn

Geistlicher Impuls des Kolping-Bundespräses zum Fest der Verklärung des Herrn

Vielleicht haben Sie sich auch schon einmal gefragt: Was ist da eigentlich auf dem Berg passiert – was heißt das denn "Verklärung des Herrn"? Wenn diese Begebenheit mehr als eine schöne Erzählung sein soll, müssen wir versuchen, nachzuspüren, was dort geschehen ist.

Jesus geht mit einigen Jüngern auf den Berg. Es ist oft so, wenn er etwas Besonderes mitteilen will, nimmt er einige Jünger beiseite – abseits von der Menge: Er allein mit ihnen. Plötzlich passiert eine Umwandlung: Sein Angesicht leuchtet wie die Sonne – seine Kleider werden weiß wie Schnee. Unheimliches geschieht. Elija und Mose tauchen auf, und eine Stimme spricht durch die Wolken. Etwas viel für die Jünger bei einer Wanderung auf den Berg – sie haben Angst. Sie fürchten sich und fallen auf den Boden.

Was soll diese Begebenheit bewirken – will Jesus den Jüngern Angst einflößen? Was will er uns damit sagen?

Diese Szene der Verklärung folgt im Matthäus-Evangelium auf Jesu Ankündigung seines Leidens. Dort fordert er zur Nachfolge auf bis in den Tod. Keine besonders attraktive und einladende Angelegenheit. Hier nun erweitert er diese Nachfolge. Es leuchtet die andere Dimension, die andere Seite der Nachfolge auf, nämlich: das Kreuz hat nie das letzte Wort – mit dem Leiden eines Menschen ist nie sein Leben zu Ende – nein: Es kommt der Übergang zur Herrlichkeit, es kommt das Licht Gottes, das jeden Leidens- und Todesschatten wegleuchtet.

Jesus zeigt uns bei seiner Verklärung etwas von seiner Herrlichkeit. Er zeigt uns, welche Perspektive auf uns wartet. Er will uns sagen: Es lohnt sich zu leben, auch wenn dein Leben von Sorgen und Leid geprüft wird.

Jesus hat den drei Jüngern deutlich gemacht: ich bin die Mitte eures Lebens – durch mich gelangt ihr zur Herrlichkeit. Deshalb tauchen auch Mose und Elija auf. Diese großen Propheten bezeugen, dass Jesus nicht der neue Mose ist, nicht der neue Prophet, sondern das er das endgültige Heil ist: Er kann nicht mehr übertroffen werden; er erscheint als der Messias aller Völker, auf den sie sehnsüchtig gewartet haben.

Die Verklärung Jesu ist nicht nur für die drei anwesenden Jünger geschehen, sondern sie wird auch uns erzählt und lebendig gemacht. Jesus ist so erschienen, damit auch wir das Leben in Fülle haben. Jesus sagt auch zu uns: „Der Tod ist nicht das Ende, sondern der Übergang in die Herrlichkeit.“ Er sagt auch zu uns: „Ich bin der Messias, ich bringe euch das ewige Leben.“

Und doch sind wir oft zurückhaltend diesem Jesus gegenüber. Unsere Lippen bekennen ihn als die Mitte unseres Lebens – aber unsere Herzen auch? Oft sind wir mit anderen Dingen so besetzt, dass für Christus kein Platz oder nur wenig Platz ist in unserem Herzen.

Vielen fällt es schwer zu glauben, weil viel Elend und Tod auf dieser Welt zu sehen sind, aber so wenig Herrlichkeit und ewiges Leben. Wir sollen die Probleme und die vielen Schicksalsschläge, die es in unserer Nähe oder auch bei uns selbst gibt, nicht verdrängen. Um aber leben zu können, ist es wichtig, den Blick auf den verklärten Herrn zu richten.

Jesus selbst hat uns ja die Nachfolge bis zum Kreuz verheißen – das ist kein Weg durch eine bunte Blumenwiese, sondern durch Dornen. Er hat uns aber auch vor Augen gestellt, was Nachfolge noch bedeutet, nämlich, einen Herrn zu haben, der die Fülle des Lebens besitzt, der alle Schönheit und Güte ausstrahlt, an der wir teilhaben dürfen.

Vergessen wir diese Mitte nicht, die Mitte unseres Glaubens und unseres Lebens.

Wenn Christus den rechten Platz in unseren Herzen hat, dann können wir zuversichtlich unsere Wege weitergehen, denn dann erblicken wir immer hinter dem Leid die Hoffnung. Wir bleiben mit ihm in Verbindung und halten an ihm fest, denn kein anderer kann uns tragen wie er, kein anderer kann uns Mut machen in unseren Sorgen wie er und kein anderer kann uns solche Hoffnung, solche Erfüllung geben, wie er. Er geht mit uns seinen Weg. Gott sei Dank!

Weitere geistliche Impulse zum Nachlesen und Stöbern gibt es im Archiv

 

Bild: pixabay.com