Bundesebene Geistlicher Impuls

Sein Weg

Kolping-Bundespräses Josef Holtkotte weist auf einen Text von P. Hünermann hin, welcher die Fußwaschung am Gründonnerstag deutet

In der Geste des Fußwaschens geschieht Unausdenkliches. Die Fußwaschung Jesu ist nicht nur ein Freundschaftsdienst. Hier wird geoffenbart der Weg Gottes und der Weg des Menschen und damit, wer Gott ist und wer der Mensch ist. Denn am Weg, am Lebensweg, den jemand geht, erkennt man, wer er ist. Gott, der Hohe, kommt zu uns auf diesem Weg der Niedrigkeit, auf dem Weg der alles aushaltenden, sich unter alles stellenden Liebe. Das ist Sein Weg. So hält er die Welt zusammen, so verbindet er die zerrissene und zerstrittene Geschichte, so versöhnt er die einander befehlenden und auseinandertreibenden Menschen. Darin ist die Welt eine, die Welt, die gegeneinander kämpft und auseinanderläuft in alle Richtungen.
Das ist zugleich der Weg von uns Menschen: der Weg, wie wir zueinander finden; der Weg, wie wir zu uns finden, der Weg, auf dem wir zu Gott unterwegs sind. "Du kannst es ja noch nicht verstehen. Du wirst es aber verstehen."

Wir wollen den Herrn bitten, dass er uns durch seinen hingebenden Dienst den Mut und die Freiheit gibt, ganz auf diesen Dienst zu setzen. Das ist, wenn wir in unser Leben schauen, unsere einzige Hoffnung. Wir können nicht darauf bauen, dass wir das, was er uns vorgemacht hat, einfach nachmachen. Wir bauen vielmehr darauf, dass das, was er uns in dieser Stunde antut, immer wieder über unsere widerstrebenden Herzen Gewalt gewinnt. Wir setzen darauf, dass die Übermacht dieser Liebe uns überwältigt, so dass wir gegen unseren widerständigen Willen hinein gelangen in das gottmenschliche Geheimnis.