Bundesebene Geistlicher Impuls

Ja, im Kreuz ist Heil

Geistlicher Impuls des Kolping-Bundespräses Josef Holtkotte zu Karfreitag

Jesus Christus hat sein Leben als Weg verstanden, als Weg zu uns Menschen und als Weg zum Vater im Himmel. Er ist dem Leiden, dem Kreuz  nicht ausgewichen, als er spürte, dass die Liebe diesen Preis verlangen würde. Heute ist Karfreitag. Wir begegnen Jesus auf dem Leidensweg – dem Kreuzweg. Wir gehen der Spur seiner Liebe nach, wir werden Zeuginnen und Zeugen seiner Lebens-, seiner Leidens-, und seiner Liebesgeschichte.

Wer (heute) den Kreuzweg mitgeht, der nimmt die Wege dieser Welt ernst und bekennt seine Hoffnung; denn dieser Weg endet nicht im Tod. Dieser Weg endet im Leben, denn Jesus ist von den Toten auferstanden. Wer den Kreuzweg mitgeht, der zeigt, dass er schon verstanden hat, dass sich hinter dem Leiden dieser Welt, hinter der Not, hinter den Rätseln die Freude, die Vollendung, die Erlösung verbergen. Mit diesen Gedanken schaue ich auf Christus:

„Jesus Christus,
ich bin verwirrt von deinem Kreuz.
Ich verstehe dieses Kreuz nicht,
und ich verstehe dich nicht.
Immer und  immer wieder
stehe ich vor deinem Kreuz,
ich habe es angeschaut,
mich verwundert,
habe dich bewundert.
Es stimmt schon,
dass ich in Stunden der Sorge und der Not
Trost bei dir finden kann.
Irgendwie werde ich angezogen
von deinem Kreuz,
hineingezogen in dein Leiden;
und irgendwie finde ich im Schmerz zu Gott.
Ich glaube,
dass du, der du mich tröstest,
Gott bist,
dass du der bist,
nach dem sich meine Seele sehnt,
dass du der bist,
der mich übers Wasser trägt.
Ich will immer wieder zurückkehren,
immer wieder deinen Weg gehen.
Deine Spur führt nach Golgata,
aber dort endet sie nicht.
Du bist der Weg
aus allen Gräbern dieser Erde.
Du bist das Leben,
das den Tod besiegt.“

Gott ist uns in Jesus Christus begegnet als einer, der leidet. Im Kreuz ist also Heil, im Kreuz ist Sinn. Wer auf Christus hofft, glaubt daran, dass sein Grab anders war als alle Gräber, dass sein Weg anders endet als alle Wege, dass das Leben nicht zur Abenddämmerung bestimmt ist, sondern zum Neuanbruch beim Morgengrauen.

Nur dieser Glaube sprengt die Hoffnungslosigkeit; nur dieser Glaube ist bereit zu lieben. Der Glaube, der dem Kreuzweg nachgeht, ist leidensstark und bereit, ein anderes Kreuz noch mitzutragen.

Unser Kreuz und alle Kreuze haben Platz gefunden auf der Schulter Jesu Christi.

Gott hat in Jesus Christus die Leidensgeschichte der ganzen Menschheit, die Leidensgeschichten aller Menschen angenommen und verwandelt. Der Kreuzweg ist das Gebet der unerschütterlichen Hoffnung auf den rettenden und befreienden Gott. Hier ist der Ort lebendiger Hoffnung und Zukunft.

Ja, im Kreuz ist Heil.

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