Geistlicher Impuls Bundesebene

Ein Licht sein

Geistlicher Impuls des Kolping-Bundespräses Josef Holtkotte zum 32. Sonntag im Jahreskreis

Ein Bild für das Himmelreich: Zehn Jungfrauen gehen dem Herrn entgegen. Das Himmelreich wird aber nicht mit den zehn Jungfrauen verglichen, sondern mit deren Verhalten vor einer Hochzeit.

Da machen sich diese zehn Jungfrauen also auf und gehen dem Herrn entgegen. Was passiert zunächst? Die Jungfrauen bereiten sich vor, die Klugen nehmen Lampen und Öl mit, die Törichten nur die Lampen. Gute und schlechte Vorbereitung auf den Herrn, könnte man sagen. Wie bereiten wir uns auf den Herrn vor? Töricht heißt wohl: oberflächlich – du tust zwar etwas, aber das ist ohne Tiefgang – es ist wie Beten ohne Glauben. Passiert uns das? Gehen wir mit leeren Lampen dem Herrn entgegen? Sprechen wir zum Beispiel viele Worte – ohne Taten folgen zu lassen? Die leeren Lampen – für wen halten wir sie in den Händen? Die schlechte Vorbereitung auf den Herrn, will nach außen hin etwas vortäuschen, was von innen nicht stimmt.

Wie bereiten wir uns auf den Herrn vor? Klug heißt doch wohl: im Glauben stehen. Dem Wort folgt die Tat. Ich bemühe mich, nicht leer vor Gott zu stehen, sondern mit dem Öl des Glaubens, mit der Bereitschaft, mich immer wieder auf Gott einzulassen.

„Als nun der Bräutigam lange nicht kam, wurden sie aber müde und schliefen ein.“

Die Klugen und die Törichten schlafen ein. Vielleicht entspricht das auch unserer Situation. Wann wird denn das Himmelreich kommen? Kann ich meinen Glauben bewahren über eine lange Zeit des Wartens? Habe ich überhaupt eine Perspektive oder ist doch alles irgendwann aus? Aber: Der Glaube, das ist ja gerade das Warten auf Christus – der Glaube, das ist ja die Vorbereitung auf Christus, das Bereithalten des Öls, das Wachsam sein als Christin und Christ in dieser Welt. Das überzeugte und überzeugende Leben.

Beide schlafen ein, die Törichten und die Klugen.

Beide schlafen ein und doch ist es ein anderer Schlaf – denn als die Jungfrauen mitten in der Nacht aufgefordert werden, dem Bräutigam entgegen zu gehen, geschieht das Wichtige: Die törichten Jungfrauen müssen weggehen und kommen zum Empfang des Bräutigams zu spät; die klugen Jungfrauen sind bereit, für ihre Lampen ist genügend Öl vorhanden – sie können den Bräutigam zur Hochzeitsfeier begleiten. Sie können mit Jesus Mahl halten.

Es geht darum, ob wir vorbereitet sind. Der Herr kommt – mit Sicherheit – sagt dieses Gleichnis – seid darauf vorbereitet. Schließlich sind die Jungfrauen für die Folgen selbst verantwortlich. Die Törichten sind ihrer Aufgabe nicht gerecht geworden, jetzt ist es zu spät. Seid also wachsam, ihr, die ihr dem Bräutigam entgegen geht. Seid also wachsam, ihr Gläubigen. Es liegt an uns, ob wir an der Hochzeitsfeier teilnehmen, oder ob wir vor der Tür stehen. Es liegt an uns, ob wir unsere Lampen als Attrappen tragen, ob unsere Gebete leer, ob unsere Taten hohl sind, oder ob unsere Lampen gefüllt, unsere Gebete gläubig, unsere Taten gut sind.

Das Gleichnis von den Jungfrauen ist keine angestaubte Geschichte, sondern eine lebendige Mahnung: Nehmet euern Glauben ernst, versucht immer wieder euren Glauben zu stärken, handelt nach eurem Glauben!

Dem Herrn entgegenleuchten, das ist unsere Aufgabe, ein Licht sein, das ist unsere Berufung. Immer wieder dem Herrn entgegen gehen, die Richtung des Herrn einschlagen, sich für ihn entscheiden und dann entsprechend handeln, im Großen und im Kleinen, das heißt Christsein. So wollen wir uns aufmachen, dem Herrn entgegen.


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Bild: pixabay.com