Bundesebene Geistlicher Impuls

Der heilige Josef

Geistlicher Impuls des Kolping-Bundespräses Josef Holtkotte zum Sonntag.

Meistens zu Weihnachten, aber auch zum Josefschutzfest kommt er wieder ins Gespräch: Der heilige Josef.

Er ist der Schutzpatron der gesamten Kirche (Festtag am 19.März), besonders der Familien, der Arbeiter, Handwerker, auch der Sterbenden. Er ist auch der Patron des Kolpingwerks. Er ist Gefährte der Hoffnung und Begleiter in schweren Stunden. Bruderschaften und Ordensgemeinschaften tragen seinen Namen.

Wir begegnen ihm an unterschiedlichen Stellen in der Bibel und entdecken ihn in der Volksfrömmigkeit der Jahrhunderte. Den Gedenktag "Josef der Arbeiter" feiern wir am 01. Mai.

Ich möchte erzählen, welche Bedeutung der heilige Josef für mich hat.

Bei der Namenswahl bemühten meine Eltern keine Verzeichnisse über männliche Vornamen. Es war ihnen wichtig, dass sich durch die Namensgebung Familiengeschichte und Familientradition fortschreiben. Mein älterer Bruder bekam deshalb – selbstverständlich - den Namen Wilhelm. Wie unser Vater und dessen Vater und…

Danach wurde ich geboren und bekam – selbstverständlich - den Namen des Vaters meiner Mutter: Josef.

Josef – in meiner Familie ein üblicher Name – auch mein Onkel und mehrere Vettern heißen so. Aber ich spürte bald: In der Schule gab es außer mir keinen Josef. Auch bei den Freunden – kein Josef. Für mich war das aber niemals ein Problem. Es war ein besonderer Name. Ich begann, mich für Josef zu interessieren, über ihn zu lesen, ihn näher kennenzulernen.

Auch eine kleine wahre (oder doch erfundene?) Familienanekdote konnte mir den Namen Josef nicht verleiden.

Es wird bis heute hartnäckig erzählt, dass sich eine meiner Tanten geweigert haben soll, mich im Kinderwagen spazieren zu fahren, weil sie die mögliche Frage fürchtete: "Wie heißt denn der Junge?" "Josef" antworten zu müssen, wäre ihr sehr peinlich gewesen! Mir war es nie peinlich, Josef zu heißen – im Gegenteil!

Die Feier meines Namensfestes habe ich durch Kinder- und Jugendzeiten bis heute bewahrt. Der heilige Josef ist mir wichtig.

Was zeichnet ihn aus?

Sicherlich ist er nicht der Mann, der sich in den Vordergrund stellt. Er sucht nicht den großen Auftritt.

Er lebt die liebende Sorge, er war Mann der Tat!

Bei ihm finde ich das, was Christsein in seinen Wurzeln ausmachen sollte: Glaube und Leben bilden eine Einheit. Glaube wird im Alltag erlebt und gelebt.

Er ist ein Hörender auf Gott hin und setzt das, was er von Gottes Botschaft versteht, auch um. Er macht sich nicht abhängig von dem, was andere denken, sondern bleibt authentisch auf Gottes Wegen. Unverstehbares für sein Leben wehrt er nicht ab, sondern er sucht den Sinn darin. Er ist ein Mann mit Charakter, ohne Falschheiten, ein Beschützer, ein gerechter Mann, in allem ein Träumer, aber nicht verträumt.

Durch ihn leuchtet die große Geschichte unseres Gottes mit seinem Volk auf. Dafür bleibt er ein Hinweis. Sein Glaube ist auch in unglaublichen Situationen selbstverständlich und immer auf Gott hin ausgerichtet.

Der heilige Josef ist für mich einer der großen Heiligen. Er ist ein Suchender und Glaubender. Er lebt Treue und Vertrauen. Er gibt Hoffnung und Orientierung. Durch alle Zeiten ist er bis heute aktuell. Worauf schauen Eltern heute bei der Namenswahl für ihre Kinder? Manchmal ist es noch die eigene Familiengeschichte. Häufig sind es andere, ebenso gute Kriterien. Wenn dann bei den Eltern die Wahl des Namens für ihren Sohn ansteht, frage ich: Warum nicht Josef?

PS: Zur Freude unserer Familie bekamen wir noch einen jüngeren Bruder…: Peter!

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