Erklärungen

Kolpingwerk: Lasten leistungsgerecht verteilen

Das Kolpingwerk Deutschland fordert die Rückkehr zur paritätischen Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung.

Der Schätzerkreis in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) geht davon aus, dass die Zusatzbeitragssätze im nächsten Jahr um 0,2 Prozentpunkte steigen werden. Das Kolpingwerk Deutschland fordert deshalb die Rückkehr zur paritätischen Finanzierung der GKV. "Seit Einführung der GKV durch Reichskanzler Otto von Bismarck im Jahr 1883 werden die Beiträge zur Krankenversicherung von Arbeitnehmern und Arbeitgebern gemeinsam bezahlt.  Der jetzt einsetzende Anstieg der im Jahr 2005 eingeführten Zuzahlung seitens der Arbeitnehmer unterstreicht die Untauglichkeit dieser Regelung und führt zu einer einseitigen, unsolidarischen Lastenverschiebung", erklärt Ulrich Vollmer, Bundessekretär des Kolpingwerkes Deutschland. Unser Sozialsystem sei vielmehr auf das Prinzip der Solidarität angewiesen.

Das Kolpingwerk Deutschland schlägt einen anderen Finanzierungsweg vor, der in geeigneterer Weise zu einer Entlastung der Lohnnebenkosten führt. Es fordert, dass bei den Versicherten in der gesetzlichen Krankenversicherung nicht nur das jeweilige Erwerbseinkommen als Bemessungsgrundlage herangezogen wird, sondern auch alle weiteren positiven Einkünfte, also beispielsweise Kapitaleinkünfte und Mieteinnahmen. "Leitend für eine gerechte Finanzierung der GKV muss die Leistungsfähigkeit des jeweiligen Versicherten sein. Bei einer Ausweitung der Bemessungsgrundlage und gleichzeitiger Beibehaltung der Beitragsbemessungsgrenze würde der Anteil der auf Erwerbseinkommen zu zahlenden Krankenversicherungsbeiträge sinken, sodass für den Faktor Erwerbsarbeit auf der Arbeitnehmer- wie Arbeitgeberseite eine Entlastung entstünde", erklärt Ulrich Vollmer. Auch die Schaffung von sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätzen würde dadurch begünstigt.

Gegen die einseitige Belastung der Versicherten spricht nach Ansicht des Kolpingwerkes auch die stärkere Belastung jüngerer Menschen, deren Spielräume zu einer besseren Vorsorge für die Alterssicherung weiter eingeschränkt würden. "Aus diesem Grund ist die paritätische Finanzierung der Krankenversicherung auch eine Frage der Generationengerechtigkeit", hebt Ulrich Vollmer hervor.

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