Erklärungen

Keine Einschnitte bei Rente für Hinterbliebene

Kolpingwerk Deutschland kritisiert Vorschlag des Arbeitgeberverbandes zur Kürzung der Witwenrenten

"Während Politik und Gesellschaft darüber nachdenken, die drohende Altersarmut einzudämmen, will der Arbeitgeberverband sie offenbar verstärken." So kritisierte die stellvertretende Bundesvorsitzende des Kolpingwerkes Deutschland, Barbara Breher, den Vorstoß aus den Reihen des Bundesverbandes der Arbeitgeber (BDA). Dessen Geschäftsführungsmitglied Alexander Gunkel, hatte gefordert, Hinterbliebenenrenten nur an Angehörige auszuzahlen, die nicht für sich selbst sorgen könnten. Die Forderung gehe schon deshalb ins Leere, weil bereits jetzt Leistungen der Hinterbliebenenrente ohnehin durch Anrechnung des Einkommens des hinterbliebenen Partners oder der hinterbliebenen Partnerin reguliert würden.

"Solange Frauen in Deutschland immer noch durchschnittlich 23 Prozent weniger Lohn erhalten als Männer, muss das entstehende Gerechtigkeitsgefälle durch Maßnahmen wie die Hinterbliebenenrente aufgefangen werden", betonte Breher. Sie sei insoweit ein unverzichtbares Instrument der sozialen Gerechtigkeit. Dazu komme, dass durch die mangelnde Bereitschaft der Arbeitgeber zur Schaffung von Arbeitsplätzen für ältere Menschen und die Erhöhung der Altersgrenze beim Rentenbezug die eigene Erwerbstätigkeit älterer Hinterbliebener verhindern könnten.

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