Erklärungen

Die Sockelrente ist intelligenter

Kolpingwerk Deutschland sieht grundsätzlichen Änderungsbedarf

Ein vielfältiges Echo haben die Meldungen hervorgerufen, die so genannte Riester-Rente lohne sich für Geringverdiener mit nur niedrigen Anwartschaften in der gesetzlichen Rentenversicherung kaum. Der Kolping-Bundesvorsitzende Thomas Dörflinger (MdB) unterstützt in dieser Diskussion den Unions-Fraktionsvorsitzenden im Deutschen Bundestag Volker Kauder, der eine Änderung bei der Anrechnung von Riester-Renten auf die bedarfsabhängige Grundsicherung im Alter abgelehnt hat. „Der Änderungsbedarf, den das Kolpingwerk Deutschland gemeinsam mit anderen katholischen Verbänden sieht, ist grundsätzlicher Natur“, erklärte Dörflinger in Berlin. Mit einer von der Erwerbsbiografie und der Einkommenssituation unabhängigen Sockelrente auf dem Niveau der Grundsicherung könne der Kritik an der privaten Altersvorsorge der Boden entzogen werden. „Dann würde wirklich jeder in die gesetzliche Rentenversicherung, die betriebliche und die private Altersvorsorge eingezahlte Euro einen Mehrwert bei den Alterseinkünften ausmachen“, stellte der Kolping-Bundesvorsitzende fest. Für Geringverdiener stelle sich nicht mehr die Frage, ob sich die Einzahlung in einen Riester-Vertrag lohne. Vorsorgebeiträge wären dann nicht nur volkswirtschaftlich, sondern auch im individuellen Nutzenkalkül sinnvoll angelegt. Der im Rentenmodell der katholischen Verbände verankerten Sockelrente sei auch vom ifo Institut für Wirtschaftsforschung die Realitätstauglichkeit attestiert worden, hob Dörflinger hervor.

Das Rentenmodell wird von fünf katholischen Verbänden, der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung Deutschlands (KAB), der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd), dem Familienbund der Katholiken (FDK), dem Kolpingwerk Deutschland und der Katholischen Landvolkbewegung Deutschland in die politische Debatte zur zukünftigen Gestaltung der Alterssicherung eingebracht. Mehr Informationen unter www.buendnis-sockelrente.de.