Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Karl Lehmann, sprach bei der Abschlusskundgebung des Kolpingtages im Jahr 2000 in Köln.

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Trauer über Tod von Kardinal Lehmann

In einem Kondolenzschreiben an den Mainzer Bischof Prof. Dr. Peter Kohlgraf hat das Bundespräsidium seine Trauer über den Tod von Bischof Karl Kardinal Lehmann zum Ausdruck gebracht.

In dem Kondolenzbrief heißt es u.a.: 

„Als Bischof von Mainz und auch als Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz haben wir von ihm immer eine große Unterstützung und Wertschätzung erfahren dürfen.

Beim Kolpingtag 2000 in Köln hat er dieses vor mehr als 25.000 Teilnehmenden wie folgt zum Ausdruck gebracht. „Die deutschen Bischöfe danken Ihnen, liebe Schwestern und Brüder aus dem Kolpingwerk., für die großen Leistungen und das anerkannte Zeugnis christlichen Lebens, das sie nicht nur in unserem Land über 150 Jahre gebracht, sondern es durch das Internationale Kolpingwerk auch in aller Welt getragen haben.“

Entsprechend dem Wort Adolph Kolpings „Das Christentum ist nicht nur für die Kirche und für die Betkammern, sondern für das ganze Leben!“ hat Karl Kardinal Lehmann gedacht und gehandelt und das politische und gesellschaftliche Leben auch aus dieser Perspektive immer wieder gedeutet.

Wir danken dem verstorbenen Kardinal für seine langjährige Verbundenheit mit unserem Verband und werden seiner am Grab des seligen Adolph Kolping in der Minoritenkirche zu Köln im Gebet gedenken“

 

Aus dem Grußwort von Bischof Prof. Dr. Dr. Karl Lehmann, Mainz, bei der Schlusskundgebung des Kolpingtages 2000 in Köln:
Das Kolpingwerk Deutschland schaut in diesen Tagen dankbar zurück und mutig nach vorn. Wir haben Grund zur Freude und zum Dank. Adolph Kolping hatte zum 20.Oktober 1850 zur ersten Generalversammlung nach Düsseldorf eingeladen. Von den drei bestehenden Vereinen Elberfeld, Köln und Düsseldorf nahmen elf Delegierte an dem Treffen teil.
Dies sieht zuerst kümmerlich aus. Aber was dabei geschehen ist, barg in sich eine mächtige Kraft bis zum heutigen Tag. Die wenigen Leute haben den „Rheinischen Gesellenbund“ gegründet und Kolping zum Präsidenten gewählt. Der heilige Joseph wurde als Schutzherr der Arbeiter und Handwerker zum Patron des Gesellenbundes bestimmt. Der für die Gründung des Kolpingwerkes hochverdiente Lehrer Johann Gregor Breuer aus Elberfeld erhielt den Auftrag, ein Vereinsliederbuch herauszugeben…
Ein kleiner Anfang, aber mit einer fast unwiderstehlichen Durchsetzungskraft: So könnte man über diese Tage schreiben. Wir können daraus viel Hoffnung schöpfen. Denn nicht selten stehen wir auch gerade heute vor kleinen oder kleiner werdenden Zahlen. Die lebendige Erinnerung an die Anfänge des Kolpingwerkes lehrt uns, dass wir die unscheinbare Macht kleiner Anfänge nicht gering schätzen dürfen…
Noch eines ist mir im Blick auf das Jubiläum aufgefallen. Kolping legt größten Wert darauf, dass in dem fünfköpfigen Zentralvorstand zwei Gesellen sein sollten. Adolph Kolping legte auch in den überörtlichen Gremien Wert auf die Mitbestimmung der Gesellen. Dies ist ein ganz besonders wichtiges Element. Längst vor aller gesetzlichen Mitbestimmung in den Unternehmen musste es eine neue Sensibilität für diese unmittelbare Beteiligung der am meisten betroffenen Menschen geben. Der Mensch ist nicht einfach ein untertäniges Objekt, sondern ein zur Verantwortung gerufenes Subjekt, das in solidarischer Mitverantwortung mit anderen berät und handelt.
So sieht man bereits an den Anfängen das Gottvertrauen der Gründungsgeneration und die Hochschätzung der menschlichen Würde aller. Darauf ist das Kolpingwerk gegründet. Die deutschen Bischöfe danken ihnen, liebe Schwestern und Brüder aus dem Kolpingwerk, für die großen Leistungen und das anerkannte Zeugnis christlichen Lebens, das sie nicht nur in unserem Land über 150 Jahre gebracht, sondern es durch das Internationale Kolpingwerk auch in alle Welt getragen haben. Im Namen der deutschen Bischöfe und persönlich wünsche ich ihnen für den künftigen Weg auf dieser guten und bleibenden Grundlage Gottes reichen Segen.