v.l.: Thomas Dörflinger, Bundesvorsitzender des Kolpingwerkes Deutschland, Alexander Hengst, Vizepräsident in der Handwerkskammer (HWK) zu Köln, Hans Peter Wollseifer, Präsident des Zentralverbandes des Handwerks (ZDH) und der HWK zu Köln, Bernd Münzenhofer, in der HWK Düsseldorf engagiert; vorne: Kathrin Zellner, Vizepräsidentin in der HWK Niederbayern-Oberpfalz und Reinhard Ockel, Bundesvorstandsmitglied und Vorsitzender der Kommission Handwerk.

Die Tagungsteilnehmenden mit der neuen Broschüre "Kolping im Handwerk".

Die neue Broschüre

Bundesebene Handwerk-News

Ohne Ehrenamt geht es nicht

Unter dem Titel „Kolping im Handwerk“ fand am 15. und 16. Juni 2018 im Stadthotel am Römerturm in Köln eine Fachtagung zur Vorbereitung der kommenden Wahlen in 35 Handwerkskammern statt.

„Es ist Ihre Historie, Ihre Kultur, es sind Ihre Wurzeln – Kolping und das Handwerk: das sind zwei Seiten einer Medaille“, sagte Hans Peter Wollseifer, Präsident der Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH) und der Handwerkskammer zu Köln, zu den Kolpingmitgliedern, die der Einladung der Kommission Handwerk unter Leitung von Reinhard Ockel ins Stadthotel gefolgt waren. Mit diesen Worten reagierte Wollseifer auf die von Thomas Dörflinger, Bundesvorsitzender des Kolpingwerkes Deutschland, vorgetragene Erkenntnis aus der Mitgliederumfrage: „Als handwerkspolitische Organisation nehmen uns nur noch wenige Mitglieder wahr! Und suchen Sie doch einmal Handwerker in Ihrer Kolpingsfamilie!“ Kolping und Handwerk – gehört das noch zusammen?

Die Statements und Debattenbeiträge in der ersten Gesprächsrunde der Handwerkstagung „Wirtschaftsfaktor Handwerk – ohne das Ehrenamt nicht denkbar“ zeugten von Realismus, Zukunftssorgen, aber auch der Bereitschaft, alles Menschenmögliche dafür zu tun, das Handwerk als einen der „sozialsten Wirtschaftsbereiche“, wie Wollseifer sagte, stetig in den gesellschaftspolitischen Fokus zu bringen. Nachwuchsprobleme, Integrationsbremsen für einen Wirtschaftszweig, der für die Integration prädestiniert ist, gesamtgesellschaftlich gewachsene Negativ-Wahrnehmung: All das brachten die in den Handwerkskammern Engagierten und die übrigen Tagungsteilnehmenden auf den Tisch.

Und es wuchs die Erkenntnis, dass zum einen Nachwuchsförderung schon im Kindergartenalter ansetzen muss und dass es immer wieder persönlicher Ansprachen bedarf, um Ehrenamtliche für Ihren Einsatz in den Selbstverwaltungen des Handwerks zu gewinnen. Denn genau darum geht es: In den nächsten Jahren finden zahlreiche Wahlen in Handwerkskammern statt, Gremien und Ausschüsse müssen neu besetzt werden, und das wird zunehmend schwieriger, auch angesichts einer sich verändernden Ehrenamtskultur: „Es ist nicht mehr so wie früher, wo man jahrelang in dem einen Ehrenamt tätig und stolz darauf war. Die Jugendlichen heutzutage signalisieren nach wie vor Bereitschaft zur Übernahme eines Ehrenamtes, aber auf andere Art“, so Dörflinger.

Um die Verbindung von Kolping und Handwerk wieder stärker in den Aufmerksamkeitsfokus der Kolpingmitglieder zu bringen, gibt es jetzt auch eine neue Broschüre „Kolping im Handwerk“, die am zweiten Tag der Tagung vorgestellt wurde. Sie soll Kolpingschwestern und Kolpingbrüder, die sich für das Engagement in der Selbstverwaltung des Handwerks interessieren, unterstützen. Gesucht werden neue Mitglieder, die sich in den Gremien engagieren wollen. In gedruckter Fassung kann die Broschüre beim Referat Arbeitswelt und Soziales, Tel. (0221) 20701-145 oder -100, angefordert werden. Online gibt es die Broschüre als PDF hier. Dort wird gerade auf der Homepage ein informativer Bereich rund um "Kolping im Handwerk" etabliert.