Angaben zur Frage "Auch Nichtchristen sollen eine Leitungsfunktion/ ein Vorstandsamt im Kolpingwerk übernehmen können?"

Angaben zum Familienstand

Angaben zu einem heutigen ehrenamtlichen Engagement.

Bei den Regionalforen können alle Teilnehmenden...

... Prioritäten setzen für die zukünftige Verbandsarbeit.

Kolpingmagazin

Ergebnisse der Mitgliederumfrage liegen vor

Mit den bundesweit 20 Regionalforen beginnt ein neuer, zweiter Schritt im Zukunftsprozess des Verbandes. Nach Auswertung der Mitgliederumfrage geht es noch nicht um Entscheidungen, aber um deren Vorbereitung. Die Weichenstellung beginnt jetzt.

Die Ergebnisse der Mitgliederumfrage sind hochinteressant. Sie liefern eine Gesprächsgrundlage, aber keine Festlegung im Sinne einer basisdemokratischen Abstimmung. Die Ergebnisse werden mit dem Erscheinen dieses Kolpingmagazins veröffentlicht. Mehr als 7.700 Mitglieder haben sich an der Umfrage beteiligt. Sie wird als repräsentativ eingeschätzt. Eine 104-seitige Dokumentation enthält alle Ergebnisse. Sie wird über die Diözesanverbände verteilt und steht auch online allen Interessierten zur Verfügung.

Überraschen mag viele die Einmütigkeit, mit der einige brisante Fragen beantwortet werden. Beispiel: Die Frage „Das Kolpingwerk versteht sich als Teil von Kirche/ ist Kirche“ beantworten 87,33 Prozent der Befragten mit Ja – ein klares Votum. Lediglich 6,25 Prozent widersprechen dieser Aussage.

Ähnlich klar wird die Frage beantwortet: „Ein aus der Kirche ausgetretener Christ kann im Kolpingwerk Mitglied bleiben oder werden.“ 75,99 Prozent der Befragten stimmen zu, 15 Prozent widersprechen. Noch etwas größer ist die Zustimmung auf die Frage: „Alle Menschen – auch Nichtchristen –, die die Grundlagen und Ziele des Verbandes befürworten und bereit sind, diese mitzutragen, können Mitglied werden.“ Dies bejahen 82,87 Prozent, nur 9,62 Prozent lehnen das ab.

Eindeutig anders ist das Ergebnis bei einer anderen wichtigen Frage: „Auch Nichtchristen sollen eine Leitungsfunktion/ ein Vorstandsamt im Kolpingwerk übernehmen können.“ Dabei stimmen nur 37,72 Prozent der Befragten zu, 51,07 Prozent lehnen das ab. Übrigens: Mandatsträger (mit einem Vorstandsamt) sind in diesem Punkt etwas liberaler: Frauen und Männer mit einem Vorstandsamt stimmen zu 38,8 Prozent zu und lehnen diese Öffnung zu 48,3 Prozent ab. Dieses Thema wird also noch Gesprächsstoff liefern.

Aufschlussreich sind die persönlichen Angaben der Befragten. Die Ehe bildet mit großem Abstand die wichtigste Lebensform. 67 Prozent der Befragten sind verheiratet, 13 Prozent ledig, 9,2 Prozent verwitwet, 2,9 Prozent geschieden, 2,6 Prozent verpartnert, 1,4 Prozent leben in einer Lebensgemeinschaft, 1,3 Prozent sind geschieden und wiederverheiratet. Fast 95 Prozent sind katholisch und 2,6 Prozent evangelisch. Je etwa zur Hälfte leben die Befragten in einem ländlichen und städtischen Umfeld.

Ein erheblicher Anteil ist auch Mitglied in anderen Verbänden und Organisationen, teils in kirchlichen (2.177 Nennungen) oder weltlichen (3.376), in einer Gewerkschaft (849) oder einer Partei (1.270). Nur in 923 Fällen erfolgte keine Angabe.

Aufschlussreich ist die Nutzung der verbandlichen Informations- und Kommunikationsmedien. 92,5 Prozent der Befragten nutzen das Kolpingmagazin. Die Reichweite der weiteren Verbandsmedien liegt dicht beieinander: Die Homepage nutzen 48 Prozent, den Newsletter 46,3 Prozent. Die Zeitschrift für Leitungskräfte und Engagierte, Idee & Tat, wird von 41 Prozent genannt.

Unter den verbandlichen Einrichtungen sind die Familienferienstätten, die Kolpinghäuser und die Bildungswerke am bekanntesten; es folgen die Bildungsstätten, Kolpinghotels, Jugendgemeinschaftsdienste, das Jugendwohnen und die Akademien.

In der Umfrage wurde auch der Stellenwert einzelner Bereiche des verbandlichen Engagements bewertet. Hier die Anteile für die Wichtigkeit:

  • 80,3 Prozent sozialpolitisches Engagement
  • 79,88 Prozent gesellschaftspolitisches Engagement
  • 79,5 Prozent familienpolitisches Engagement
  • 77,3 Prozent jugendpolitisches Engagement
  • 76,45 Prozent kirchliches und religiöses Engagement
  • 73,44 Prozent generationsübergreifendes Engagement
  • 68,46 Prozent bildungspolitisches Engagement
  • 66,61 Prozent internationales Engagement
  • 53,5 Prozent handwerkspolitisches Engagement
  • 46,06 Prozent kulturelles Engagement

Die Aussage „Das Kolpingwerk versteht sich als ein katholischer Verband mit ökumenischer Offenheit“ wird von 93 Prozent der Befragten befürwortet, nur 2,37 Prozent sprechen sich dagegen aus. 73,45 Prozent bejahen die Aussage: „Die Mitgliedschaft in meiner Kolpingsfamilie bedeutet mir viel.“

Drei zentrale Fragen bei den Foren

Bei den bundesweit 20 Regionalforen im April werden auch die Ergebnisse der Mitgliederumfrage vorgestellt, sie stehen aber nicht im Mittelpunkt. Drei Fragen sind es vielmehr, die bei den Regionalforen zentrale Bedeutung haben. Sie lauten:

  • Was ist die große Stärke von Kolping?
  • Wo seht ihr für Kolping die größte Herausforderung?
  • Was müssten wir gemeinsam bei Kolping ändern, um die Zukunftsfähigkeit maßgeblich zu steigern?

Jede teilnehmende Person bei den Regionalforen wird eingeladen, diese drei Fragen zu beantworten. Nach dem persönlichen Nachdenken besteht Gelegenheit, sich mit anderen Personen über die eigenen Wahrnehmungen und Einschätzungen auszutauschen.

Im Anschluss daran bilden sich Gruppen aus vier Personen, die sich gemeinsam über ihre Antworten austauschen. Die Ergebnisse werden aufgeschrieben und eingesammelt. Während der Mittagspause werden alle bundesweit gesammelten Bewertungen zusammengestellt und die Ergebnisse sofort allen Regionalforen zur Verfügung gestellt.

In der Mittagspause werden Pinwände mit 20 zentralen Zukunftsthemen aufgestellt. Diese Themen sollen von den Teilnehmenden schriftlich kommentiert werden. Auf vorhandene Kommentare kann eingegangen werden. In einem weiteren Schritt können alle Teilnehmenden mithilfe von drei Klebepunkten entscheiden, welchen Zukunftsthemen sie eine besondere Bedeutung verleihen. Mit den schriftlichen Kommentaren und mit der Verteilung der Punkte im Sinne einer Bestimmung von Prioritäten wird entscheidend auf die zukünftige Verbandsarbeit eingewirkt. Jedes Mitglied hat also die Möglichkeit, daran mitzuwirken!

Text: Martin Grünewald
Fotos: Barbara Bechtloff


Die vollständigen Ergebnisse der Mitgliederumfrage findest Du hier

Du kannst Dich schriftlich per Postkarte (die dem Kolpingmagazin beigelegt ist) zum Regionalforum Deiner Wahl anmelden. Noch einfacher geht es hier