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Bundessekretär begrüßt Rückkehrrecht bei Teilzeit

Arbeit muss zum Leben passen und nicht umgekehrt. Aus diesem Grund begrüßt Kolping-Bundessekretär Ulrich Vollmer den Regierungsentwurf zur Brückenteilzeit und damit die Umsetzung einer bedeutenden Vereinbarung des Koalitionsvertrags.

Bereits seit vielen Jahren ist zu beobachten, dass die Teilzeitquote in Deutschland steigt. Denn Teilzeit ermöglicht es, die familiäre Sorgearbeit – wie die Erziehung von Kindern oder die Pflege von Angehörigen – mit der Arbeitswelt in Einklang zu bringen. Millionen Menschen – insbesondere Frauen – entscheiden sich ganz bewusst dafür, Zeit in die Familie zu investieren. Aber auch gesundheitliche und seelische Gründe oder die persönliche Weiterbildung neben dem Beruf, können einen Grund für die befristete Reduzierung der Arbeitszeit darstellen.
Hinter der immer weiter steigenden Teilzeitquote verbirgt sich aber leider auch die Tatsache, dass Teilzeit für viele Menschen zu einer Einbahnstraße geworden ist. Einmal in Teilzeit, ist es nicht selbstverständlich, wieder in Vollzeit zurückzukehren,  auch wenn dies gewollt ist. Für Arbeitgeber bietet Teilzeit vor allem dann Vorteile, wenn sie in Gleitzeit geleistet wird, da Arbeitszeit oftmals dann eingesetzt werden kann, wenn sie erforderlich ist. Arbeitnehmende in Teilzeit zahlen nur teilweise in die Sozialversicherungen  ein –  und  erwerben folglich zum  Teil nur  eingeschränkt die dazugehörigen Ansprüche. Dies kann gesellschaftlich nicht gewollt sein.
Auf der anderen Seite gibt es auch die Arbeitgeber, die sich vor dem Hintergrund der Hochkonjunktur und  des zunehmenden Fachkräftemangels kategorisch gegen die Reduzierung von Arbeitszeit aussprechen.
Eine solche Perspektive greift jedoch zu kurz: Wollen Unternehmen in Zukunft im Wettbewerb u.a. um   Fachkräfte attraktiv bleiben, dann müssen sie auch familienfreundlich sein und damit auf die persönlichen Wünsche der Arbeitnehmenden eingehen, so Ulrich Vollmer. Zwar ist eine Reduzierung der Arbeitszeit keine direkte Antwort auf das strukturelle Problem vor allem des Fachkräftemangels – sie kann aber ein positiver Baustein zur Lösung sein.
Aus Sicht des Kolping-Bundessekretärs sieht der Gesetzesentwurf zudem genug Spielraum vor: Durch Schwellenwerte und Quoten wird vermieden, dass insbesondere kleine Unternehmen unter Druck geraten, oder gar überfordert werden. Zudem soll es möglich sein, dass über Tarifverträge von den Regelungen abgewichen wird – dieses fördert die Sozialpartnerschaft.
Das Kolpingwerk versteht Arbeit als Möglichkeit zur persönliche Entfaltung, als Beitrag für die Gesellschaft und als Schöpfungsauftrag zur Gestaltung der Welt. Erwerbsarbeit, Familienarbeit und ehrenamtliche Arbeit sind grundsätzlich gleichwertig. Daher sind die Voraussetzungen für  die  Wahlmöglichkeit zwischen und  für  die  Vereinbarkeit von Familie, Ehrenamt und Beruf konsequent auszubauen.