Bundesebene Geistlicher Impuls

"Unsere Hoffnung steht fest -Immanel - Gott mit uns."

Geistlicher Impuls des Kolping-Bundespräses Josef Holtkotte zum 4. Advent.

Wir Christen glauben, dass Gott auf unserem ganzen Lebensweg „mit uns ist“. Dies bedeutet ja der Name 'Immanuel'. In Jesus Christus hat dieser Immanuel Gestalt angenommen. In ihm drückt sich unser Heil aus. Als Immanuel ist Jesus der 'Gott mit uns'.

Dies gibt uns Anlass zur Hoffnung und zur Freude. Denn es ist ja ein guter Gott, der auf unserem Lebensweg 'mit uns' ist.

Wir alle kennen auch Unsicherheiten und Zweifel, ob Jesus als 'Gott mit uns' wirklich immer mit uns an unserer Seite unterwegs ist. Manchmal fällt es uns schwer, Gottes Handeln in unserer Welt, in unserem Leben zu sehen oder zu erkennen oder zu verstehen.

Es fehlt uns das nötige Vertrauen.

In dieser Situation, des 'nicht genug glauben-Könnens', stehen wir aber nicht allein. Schauen wir auf den König Achas der heutigen Lesung.

Sein geschichtlicher Auftrag sollte es sein, sich in Koalition mit den Königen von Damaskus und Samaria der für Israel bedrohlichen assyrischen Macht entgegenzuwirken. Als er sich weigert, planen die Könige von Damaskus und Samaria, ihn umbringen zu lassen, damit sein Thron von einem bereitwilligen Nachfolger bestiegen werden kann. In dieser für Achas lebensgefährlichen Situation wird Jesaja zu ihm gesandt, um ihm von Gott zu verkünden, dass dieser geplante Mord an ihm nicht geschehen wird. Er solle nur Gott vertrauen und ein Zeichen für Gottes Treue zu Israel erbitten.

Doch Achas lehnt ab mit einer fadenscheinigen, fromm klingenden Begründung: „Ich will nichts erbitten und den Herrn nicht versuchen.“ Hinter dieser Antwort steht aber nicht Glaube oder Ehrfurcht, diese Haltung wird nur vorgeschoben. Achas versucht, Gott zu täuschen, indem er das Angebot Gottes ausschlägt. Damit offenbart er seinen Unglauben. Er offenbart sein fehlendes Vertrauen auf die ihm- wie seinem Hause- geltende Zusage Gottes und deshalb verwirft ihn Gott.

Ich meine wir stehen manchmal da wie König Achas. Wir meinen, wir könnten Gott etwas vormachen. Wir meinen das, weil wir letztlich nicht sicher sind, ob wir Gott vertrauen können, ob er wirklich der „Gott mit uns" ist, wir machen Vorbehalte/Einschränkungen.

In der damaligen Situation setzte Gott deshalb von sich aus ein Zeichen: Er sendet seinen Immanuel. Diesen Immanuel haben auch wir heute als gültiges Zeichen Gottes vor Augen. Gott erweist seine Treue, indem er die Verheißung Jesajas erfüllt und den Immanuel sendet. Nun sind wir die Angesprochenen.

Jesaja sagt heute zu uns – wie damals zu Achas: „Unsere Hoffnung steht fest – Immanuel – Gott mit uns.“  Gottes Bund bleibt bei dem wirksam, der sich auf ihn, den Immanuel, einlässt und ihm vertraut. Gott ist treu, das hat sich in der Menschwerdung Jesu Christi bewahrheitet. Er kommt zu uns. Nun liegt es aber an uns, in dieser Wahrheit zweifelsfrei zu leben. Es liegt an uns, dieses Vertrauen zu erwidern. Es liegt an uns, das 'Gott mit uns' wahrzumachen, anzuerkennen, damit zu leben.

Gott hat zu Achas gesagt: "Hab keine Angst". So sagte es auch Christus zu seinen Jüngern uns so sagt er es auch heute zu uns. Wir können nicht halbherzig Weihnachten feiern. Gott fordert uns zum Vertrauen heraus. Schauen wir auf unser Leben:

In welchen Situationen erkenne ich, dass Gott wirklich mit mir ist?

Wo gab es Situationen, in denen mir klar wurde: Ohne Hoffnung und ohne Glaube geht es nicht?

Wo stellen wir fest, dass Vertrauen ganz intensiv zu unserem Leben dazugehört?

Ich bin sicher, dass jeder die göttlichen Vokabeln 'Hoffnung' und 'Vertrauen'  in seinem Leben entdecken kann. Gott hat durch seinen Sohn ein wirkmächtiges Zeichen gesetzt. Er hat den Grund gelegt, dass wir darauf glaubend antworten können. Er steht zu seinem Ja und er steht zu uns. Deshalb dürfen wir glauben: „Unsere Hoffnung steht fest – Immanuel – Gott mit uns.“ Diese Verheißung gilt uns, wir dürfen uns darauf einlassen. Sie gilt uns heute. Gott kommt – er wird seinen Teil tun. Es liegt jetzt an uns, darauf zu antworten.

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