Erklärungen

Junge Menschen an Politik heranführen

Kolpingmitglieder engagieren sich auf verschiedenen politischen Ebenen

"Die katholischen Sozialverbände tragen sicherlich keine Schuld an dem aktuell, wie zuletzt in einem Interview des Kölner domradio mit Professor Ockenfels diskutierten, so genannten Niedergang des politischen Katholizismus, wenn es ihn überhaupt gibt", stellt Ulrich Vollmer, Bundessekretär des Kolpingwerkes Deutschland, fest. "Wir sind als katholischer Sozialverband mit bundesweit mehr als 250.000 Mitgliedern in einem ständigen Dialog mit der Politik. 42 Mitglieder des Deutschen Bundestages gehören unserem Verband an. Mit vielen von ihnen treffen wir uns monatlich auf Einladung unseres Bundesvorsitzenden Thomas Dörflinger, der als Abgeordneter der CDU/CSU Fraktion angehört, in Berlin zur so genannten MdB-Runde, in der wir uns über gesellschafts- und sozialpolitische Fragen austauschen und die Positionen unseres Verbandes vorstellen", ergänzt Vollmer.

Kolpingmitglieder seien ebenso in vielen Landtagen und Kommunalparlamenten engagiert und betrieben Politik auf der Basis der katholischen Soziallehre und einem Fundament, das ihnen auch oftmals durch ihre Mitgliedschaft im Verband vermittelt wurde. "Und dieses Interesse an Politik ist keine Geschichte von gestern. So führt die Kolpingjugend im Kolpingwerk Deutschland erfolgreich in jedem Jahr eine jugendpolitische Praxiswoche in der Bundeshauptstadt Berlin durch. Hier ermöglichen wir jungen, engagierten Christen einen tiefen Einblick in die Politik und die Aufgaben des Parlaments. In der Begegnung mit Politikern verschiedener Parteien lernen sie nicht nur die Abläufe politischer Prozesse kennen, sondern auch die Menschen, die dahinterstecken." Dies schaffe Zugang zu den demokratischen Beteiligungsmöglichkeiten und Anreize zu eigenem politischen Engagement. Erfreulich sei, so Vollmer, dass es diese Praxiswochen inzwischen nicht nur im Deutschen Bundestag, sondern auch in den Landtagen von Bayern und Nordrhein-Westfalen gebe.

"Entsprechend dem II. Vatikanischen Konzil, das unter anderem den Weltauftrag der Christen betont hat, ist das Engagement von Christen in Gesellschaft und Politik heute mehr denn je gefragt", ist Vollmer überzeugt. "Schon um den Wertehintergrund christlicher Überzeugungen wach zu halten." Es könne aber nicht nur Aufgabe der katholischen Sozialverbände sein, christliche Grundüberzeugungen in die Politik zu tragen. Politik und Parteien müssten auch das Gespräch mit denen suchen, die als Verbände nah bei den Menschen sind, die sich in den politischen Diskurs einbringen und politisches Engagement fordern und fördern. "Da gibt es auch eine Bringschuld der Parteien", so Vollmer.

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