Erklärungen

Anspruch auf Familiennachzug muss geschützt werden

Parteipolitische Auseinandersetzungen nicht zu Lasten christlicher Werte - Der Anspruch auf Familiennachzug muss geschützt werden! - Beschluss vom Bundeshauptausschuss vom 13. bis 15. November 2015 in Vierzehnheiligen

Mit Befremden verfolgt der Bundeshauptausschuss des Kolpingwerkes Deutschland die aktuelle parteipolitische Debatte über ein mögliches Verbot des Familiennachzugs für syrische Flüchtlinge. Die Familie ist die wichtigste zwischenmenschliche Einheit, die es zu schützen gilt. Die Zusammenführung von Familien unter den Vorbehalt einer begrenzten Aufnahmekapazität zu stellen, widerspricht dem christlichen Denken und Handeln. Damit greift der Bundeshauptausschuss eine Positionierung der Kolpingjugend im Kolpingwerk Deutschland auf.

Die ständigen Diskussionen und widersprüchlichen Aussagen, mit denen Vertreterinnen und Vertreter der Regierungsparteien ihre eigene Flüchtlingspolitik begleiten, verunsichern nicht nur die Flüchtlinge zutiefst, sondern beunruhigen auch viele engagierte Bürgerinnen und Bürger. Das Kolpingwerk lehnt diesen politischen Schlingerkurs rundweg ab und fordert ein klares Bekenntnis zu werteorientiertem Handeln ein. 

Für die Christinnen und Christen in diesem Land steht außer Frage, dass Familien zusammengehören und dem nicht durch staatliche Restriktionen entgegengewirkt werden darf. Erwägungen dieser Art erachtet das Kolpingwerk als unmenschlich und unchristlich. Deshalb wird an die politisch Verantwortlichen appelliert, entsprechend humanitärer und christlicher Werte und Normen zu handeln und diese nicht willkürlich einzuschränken. Für die aus Kriegsgebieten geflüchteten Menschen und ihre Familien müssen die Türen „ohne Wenn und Aber“ offen bleiben! Mit Blick auf die dramatischen Bilder und Entwicklungen in Syrien steht für den Bundeshauptausschuss zudem außer Frage, dass eine allgemeinverbindliche Regelung für die Aufnahme syrischer Flüchtlinge bestehen bleiben muss und nicht durch Einzelfallprüfungen ersetzt werden darf.

Im Sinne Adolph Kolpings appelliert das Kolpingwerk an die politisch Verantwortlichen in Berlin: „Zeigt der Welt ein menschliches Gesicht!“ Wir fordern die Bundesregierung auf, parteipolitisches Gezänk nicht auf dem Rücken derer auszutragen, die in höchster Not nach Deutschland geflohen sind oder dorthin fliehen! Das Kolpingwerk ruft dazu auf, unter #zeichensein dem Aufruf der Kolpingjugend zu folgen, ein Zeichen zu setzen und ein Zeichen zu sein für eine offene Gesellschaft und eine frohe Willkommenskultur!

 

Bild: Der Leiter der Flüchtlingseinrichtung in Bad Driburg, Michael Wöstemeier, begrüßt zwei Flüchtlingsfamilien. Foto: DV Paderborn