Hans-Josef Winkler hat sich bemüht, Erwachsene zu
finden, die sich bereit erklären, einen Hauptschüler auf seinem Weg
ins Berufsleben zu begleiten. Und er ist fündig geworden. „Einfach
war das nicht”, sagt der Bezirksvorsitzende des Kolpingwerks.
Das erste Treffen findet in einem Klassenzimmer
statt, bei Kaffee, Keksen und Kerzenschein. Klar, am Anfang begutachten
sich Schüler und Paten lieber erstmal aus der Ferne, bis Sozialpädagogin
Christiane Springwald die Partner zusammenbringt. Und siehe da: Schon
beim Posieren für den WAZ-Fotografen kommen sich die „Paare” näher.
Und schon sind die Gespräche in vollem Gange.
Kennen lernen steht auf dem Programm. Angeregt unterhalten sich Elke Küpperfahrenberg
(51), gelernte Bankkauffrau, und ihr Patenkind Jacqueline Zucharski
(17). Die Schülerin erzählt, dass sie bereits fleißig Bewerbungen
schreibt, und am Liebsten Bürokauffrau werden möchte. „Bei mir
arbeitet es schon, ob ich jemanden in diesem Bereich kennen könnte”,
sagt die Patin nachdenklich.
Auch an den Nachbartischen werden eifrig
Informationen ausgetauscht. Manche Schüler haben ihre Eltern
mitgebracht, wie Sarah Mielke (16). Ihre Mutter verfolgt aufmerksam das
Gespräch zwischen ihr und ihrem Paten Reiner Eismann (55), Geschäftsführer
des Flughafens Essen/Mülheim. Sarah möchte ein Netzwerk knüpfen, um
ihre berufliche Zukunft anzugehen. „Dran bleiben”, rät ihr Pate,
und verspricht, sie auf ihrem Weg zu begleiten.
„Sieben Schüler, sieben Paten – ich fand schon immer, dass die Sieben eine Glückszahl ist.” Ute Herbstreit, Leiterin der Hauptschule Mitte, ist bester Dinge. Das Patenprojekt, das die Schule gemeinsam mit dem Kolpingwerk Wattenscheid angeschoben hat, nimmt endlich Fahrt auf.