| 14.01.06
Ruhrbischof gibt Entscheidung für neue Pfarreienstruktur bekannt259 Pfarrgemeinden werden bis 2008 zu 42 Pfarreien zusammengelegt. St. Gertrud Im heutigen Dekanat Bochum Wattenscheid wird durch Aufhebung aller Pfarrgemeinden und Zusammenführung der entsprechenden Pfarrgebiete die neue Pfarrei St. Gertrud gebildet. Ihre Gemeinde gehört zukünftig zu dieser neuen Pfarrei, deren Pfarrkirche aufgrund der geschichtlichen Bedeutung, der Lage und des Alters die gleichnamige Propsteikirche in der Stadtmitte ist. Derzeit leben im Gebiet dieser zukünftigen Pfarrei 30.831 Katholiken. Zur Gemeinde St. Gertrud wird zukünftig auch das Gebiet der heutigen Pfarrgemeinde St. Nikolaus gehören. Beide Gemeinden sind seit Jahren einer Kooperationseinheit zugeordnet und sollen nun zu einer Gemeinde zusammenwachsen. Die Kirche St. Nikolaus muss zu den so genannten „weiteren Kirchen“ gezählt werden, für die keine Kirchsteuermittel mehr zur Verfügung gestellt werden können und über deren zukünftige Verwendung noch zu beraten und zu entscheiden ist. Ich weiß um die vielen Eingaben, die vor allem von den Gremien und Gruppen aus dieser Gemeinde hier eingetroffen sind. Doch trotz der spürbaren Betroffenheit der Gemeindemitglieder habe ich nach Abwägung der vorgetragenen Argumente entschieden, bei der bisherigen Planung zu bleiben, weil die Entfernungen zu den Kirchen St. Gertrud und St. Maria Magdalena nicht sehr weit sind und deren Erreichbarkeit gut gegeben ist. Zudem wäre die Zahl der Kirchen in Wattenscheid sonst zu hoch und weder finanziell noch personell tragbar. Neben der Gemeinde St. Gertrud finden sich folgende Gemeinden in der Pfarrei: Herz Mariä in Günnigfeld und St. Johannes in Leithe. Wegen ihrer Lage am nördlichen bzw. westlichen Rand der Pfarrei sollen beide Gemeinden die Pastoral in ihren jeweiligen Stadtgebieten gestalten. St. Joseph. Zu dieser Gemeinde soll zukünftig auch das Gebiet der heutigen Pfarrgemeinde St. Pius gehören, die geschichtlich jünger und kleiner ist als St. Joseph. Beide Gemeinden arbeiten bereits seit einiger Zeit in der Gestalt eines Pfarrgemeindeverbundes unter der Leitung eines Pastoralteams zusammen. Auf der Grundlage der dabei gesammelten Erfahrungen wird es jetzt sicher möglich sein, die Gemeinden zu einer Gemeinde mit dann 4374 Katholiken zusammenzuführen und so die Kräfte zu bündeln. Die Kirche St. Pius wird leider zu den so genannten „weiteren Kirchen“ zählen müssen, für die das Bistum keine Kirchensteuermittel mehr zuweisen kann und über deren zukünftige Verwendung noch zu beraten sein wird. Dieser Schritt schmerzt, ist aber wegen der Sparzwänge notwendig und mit Blick auf die Erreichbarkeit von St. Joseph sowie auch anderer Kirchen verantwortbar. St. Marien. Dieser Gemeinde mit ihrer architektonisch interessanten Kirche und einer hohen Zahl an Gottesdienstteilnehmern ist mit der Kirche Herz Jesu in Sevinghausen eine Filialkirche zugewiesen, die wegen der dortigen Ordensniederlassung erhalten bleibt. Ebenso findet sich die alte und unter Denkmalschutz stehende Pilgerkapelle St. Bartholomäus auf dem Gebiet der Gemeinde. St. Maria Magdalena. Die im Zentrum von Höntrop gelegene Gemeinde soll zukünftig mit der heutigen Pfarrgemeinde St. Theresia vom Kinde Jesu zu einer Gemeinde zusammenwachsen. Mit dieser Entscheidung weiche ich von der bisherigen Planung ab, nach der in Eppendorf eine eigene Gemeinde zu finden sein sollte. Nach nochmaliger Überprüfung halte ich es aber aufgrund der mittlerweile gewachsenen Kooperationsbeziehungen der beiden Gemeinden und des damit verbundenen Erfahrungshorizontes nicht für zukunftsweisend und sinnvoll, den bestehenden Pfarrgemeindeverbund in der Weise aufzulösen, dass dadurch wieder zwei getrennte Gemeinden entstehen. Vielmehr soll der gemeinsame Weg unter der Leitung eines Pastoralteams weiter beschritten und jetzt noch intensiviert werden. Aufgrund ihrer Lage im Stadtteil Eppendorf und der Entfernung soll allerdings die Kirche „Theresia vom Kinde Jesu“ als Filialkirche der Gemeinde erhalten bleiben. Zur Gemeinde St. Maria Magdalena soll zukünftig auch das Gebiet der heutigen, sehr kleinen Pfarrgemeinde St. Barbara aus dem Dekanat Bochum-Mitte gehören. Die Gemeindemitglieder von St. Barbara orientieren sich mehr nach Wattenscheid als zur Bochumer Innenstadt. Die St. Barbara-Kirche wird dann zu den sogenannten „weiteren Kirche“ zählen müssen. Persönlich wichtig ist mir der Hinweis, dass mit meinen Entscheidungen zu den „weiteren Kirchen“ nichts ausgesagt ist über den Wert der pastoralen Arbeit und Bemühungen der heutigen Gemeinden an diesen Orten, die ich wertzuschätzen weiß. Mit einem herzlichen Dank an alle, die sich hier für die Gestaltung des gemeindlichen Lebens engagieren, verbinde ich die große Hoffnung, dass Sie sich mit gleicher Kraft auch unter anderen Bedingungen für eine lebendige und missionarisch wirksame Präsenz der Kirche in Ihrem Lebensraum einsetzen. In den nächsten Wochen wird der Herr Generalvikar, einer der Herren Weihbischöfe oder ich selbst mit den Herren Pfarrern, den Pfarrgemeinderatsvorsitzenden sowie den stellvertretenden Kirchenvorstandsvorsitzenden der Pfarrgemeinden zusammenkommen, die zukünftig die neue Pfarrei bilden werden. Bei dieser Zusammenkunft können sicher noch einige Fragen besprochen werden, die in Ihren Voten angesprochen wurden, hier aber keine Beantwortung finden konnten. Nicht zuletzt geht es dann aber darum, nach vorne zu schauen, Perspektiven in den Blick zu nehmen und die jetzt anstehenden Schritte zu vereinbaren |