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Kolping Eppendorf: Solidarität-konkretCa. 24.506,- € für kleinbäuerliche- und handwerkliche Projekte in Brasilien Seit achtzehn Jahren unterstützt unsere Kolpingsfamilie landwirtschaftliche Kleinprojekte und die Ausbildung junger Menschen im Hinterland von Batalha im Bundesland Piuai. Die dortigen 30 Kolpingsfamilien, mit denen der Essener Diözesanverband seit 1975 in enger partnerschaftlicher Verbindung steht, sind auf diese Hilfe dringend angewiesen. Die Region wird immer wieder von Dürreperioden heimgesucht und die kargen Ernten gefährden die Existenzgrundlage der dort lebenden Menschen. Insgesamt . € 24.506, - konnte die Eppendorfer Kolpingsfamilie durch viele Aktionen und Einzelspenden für die Hilfe in dieser Region aufbringen. 1992 wurde an unserem erste Projekt deutlich, wie sehr die Menschen dort auf unsere Hilfe angewiesen sind Im Dorf Itapiuma, konnten wir landlose Bauern mit DM 2.750,- unterstützen. Die Hilfe war nicht nur von lebenswichtiger Bedeutung vor allem für die Kinder, die ohne Nahrung und Medikamente besonders litten. Sie hat die Menschen dort auch die Solidarität der Eppendorfer Kolpingsfamilie spüren lassen und sie in der Resistenz gegenüber den Großgrundbesitzern gestärkt. So erhielten wir die Nachricht, dass in einem mit Hilfe des Kolpingwerkes geführten Rechtsstreites zu Gunsten der Kleinbauern entschieden wurde. Sie dürfen nun im Lande bleiben und haben dort ihre wirtschaftliche Existenz gesichert. 1993 erhielten wir aus Grosso, einem Dorf in Piaui, Nachricht über den erfolgreichen Abschluss eines weiteren Projektes. In Grosso gibt es keinerlei Infrastruktur: weder eine Schule noch ein Krankenhaus oder gar eine Gesundheitsstation, weder eine asphaltierte Straßen noch Läden oder gar eine Apotheke. Niemand in Grosso verfügt über ein Fahrzeug. Nur einige wenige besitzen ein Fahrrad, mit dem man die 45 km entfernte Kleinstatt Batalha erreicht. Die Menschen leben von der Landwirtschaft. In mühseliger Arbeit und unter extremen Bedingungen bewirtschaften sie die Felder. Die Ernten decken mehr oder weniger den Nahrungsbedarf (Reis, Mais, Bohnen, Mondiok). Für die Vermarktung reichen diese Erträge bisher jedoch nicht. Mit einer Investitionshilfe von DM 2.500,- die die Eppendorfer den Kleinbauern in Grosso zur Verfügung stellten wurden Saatgut, Dünger sowie landwirtschaftliche Geräte angeschafft. Dies hat den Bauern in Grosso einen guten Start bei der Aussaat 1993 ermöglicht. Die Ernteerträge fielen weitaus günstiger aus als in den Jahren zuvor und es ist sogar gelungen einen kleinen Teil der Ernte in Batalha zu verkaufen. Die Bauern wollen sich nun zu einer Art Genossenschaft zusammenschließen um weitere Vorteile bei der Vermarktung zu erzielen. So ist es mit einem relativ geringen Aufwand in Grosso gelungen, die Existenzgrundlage von 40 Familien zu sichern. Mit dieser Investitionshilfe der Eppendorfer KF haben die Menschen nicht nur eine wirtschaftliche Verbesserung ihrer Situation erreicht, sondern sind auch ermutigt worden sich zu organisieren und gemeinsam für eine bessere Zukunft zu kämpfen. Wichtig aber ist auch die Förderung der Gewerkschaftsarbeit im ländlichen Raum. Die örtlichen Kolpingsfamilien organisieren dazu Bildungsveranstaltun- gen, um dadurch mehr politisches Gewicht zu erhalten; eine wichtige Voraussetzung, um die staatlichen Behörden auf die Probleme und Nöte der Menschen aufmerksam zu machen und ihre soziale Verantwortung einzufordern. 1994 unterstützen wir Kleinbauern bei der Anlage einer Melonenpflanzung. Mit DM 2.500,- konnten wir diese Maßnahme, die zu wesentlich besseren Erträgen beitrug, fördern. 1995 wurden wir neben der Förderung landwirtschaftlicher Projekte auch im handwerklichen Bereich tätig. Mit DM 5.000,- unterstützten wir die Errichtung einer Schlosserei. Diese Schlosserei wurde von der örtlichen Kolpingsfamilie Luzilianda eingerichtet und wird von fünf Mitgliedern dieser Kolpingsfamilie verantwortlich betrieben. Mit der Einrichtung dieser Schlosserei soll vor allem Jugendlichen die Möglichkeit gegeben werden durch berufliche Qualifikation einen Arbeitsplatz in ihrer näheren Umgebung zu finden und so eine weitere Landflucht zu stoppen. Darüber hinaus will die Kolpingsfamilie signalisieren, dass sie als katholischer Sozialverband gerade Jugendlichen eine Alternative bieten will. 1996 leisteten wir einen Beitrag zur Verbesserung der sozialen Betreuung der ländlichen Bevölkerung in Barras. Wir ermöglichten der örtlichen Kolpingsfamilie mit DM 3.250,- den Ankauf eines Hauses zur Einrichtung eines Sozialzentrums. 1997 haben wir wieder ein Projekt abgeschlossen. Dank vieler Aktivitäten konnten wir ein Projekt der Kolpingsfamilie Nazaré mit DM 3.500,- unterstützen. Mit unserer Hilfe hat die Kolpingsfamilie jetzt einen Gemeinschaftsgarten mit Bewässerungsanlage errichtet. 1998, im siebten Jahr unserer Aktion, unterstützten wir die Kolpingsfamilie Cepisa in der Gemeinde Joao de Varjota, mit DM 3.000,- bei einem Projekt zum Anbau von Caju und Bohnen. Diese Grundnahrungsmittel sollen nicht nur für den Eigenbedarf produziert, sondern auch vermarktet werden. 1999 haben wir mit unserem diesjährigen Projekt DM 25.500,- als Gesamtförderbetrag erreicht. Um gerade für fünf Frauen Ausbildungs- und Arbeitsplätze zu schaffen, sollen in Oeiras/Florino und Nossa Senhora dos Remdios weitere Arbeitsplätze für Näherinnen eingerichtet werden. Zur Zeit haben bereits 18 Frauen einen Arbeitsplatz gefunden. Das Projekt trägt sich selbst. Nun sollen weitere Arbeitsplätze und mehrere Ausbildungsplätze geschaffen werden. Zu dem erforderlichen Betrag von DM 5.900,- für die Beschaffung von Overlockmaschinen leisten wir einen Förderbeitrag von DM 3.000.- . Am Kolpinggedenktag wurde uns für unseren engagierten und ausdauernden Einsatz bei der Entwicklungshilfearbeit des Kolpingwerkes in Brasilien vom Diözesanverband gedankt. Gerhard Wittstein, Diözesanverantwortlicher für Entwicklungshilfearbeit, bedankte sich im Namen des Diözesanverbandes und überreichte uns ein Dankschreiben. 2000 unterstützte unsere Kolpingsfamilie im Rahmen unserer o.g. Aktion den Zentralverband des Rumänischen Kolpingwerkes mit DM 2.500. - und erreichten somit einen Gesamtförderbetrag von DM 28.000, - oder € 14.316;- 2001 ermöglichten wir einer landwirtschaftlichen Kooperative mit einem Förderbetrag von € 700,- den Erwerb eines Ochsengespanns. 2002 können wir auf 10 Jahre Aktion
"Solidarität - Konkret" zurückblicken. Mit dem Erlös unseres Familienfestes unterstützen wir mit € 2.000,- folgendes Projekt:Ziegelsteine für bessere Lebensbedingungen- statt Lehmhütten Häuser aus Stein -
Viele Millionen Menschen in Nordost-Brasilien leben unter äußerst ärmlichen Verhältnissen. Oft wohnen die Familien in kleinen Lehmhütten mit einem Dach aus Palmwedeln, einem Fußboden aus festgetretener Erde, ohne sanitäre Einrichtung. Diese Menschenunwürdigen Behausungen halten den starken Regenfällen oft nicht stand, stürzen ein und müssen immer wieder neu errichtet werden. Außerdem sind die aus Ästen und Lehm bestehenden Wände eine Brutstätte für Ungeziefer. Besonders gefürchtet ist ein Käfer, der sich oft in den Lehmwänden aufhält und die langfristig tödliche Krankheit Chagas überträgt. Weit über 10 Millionen Brasilianer, vor allem in Nordost-Brasilien tragen diese Krankheit in sich. Die Kolpingsfamilie Olori in Piaui möchte ein Projekt starten, um gleich zwei Ziele zu verfolgen. Mit der Produktion von preiswerten Ziegelsteinen soll der Bau von kleinen stabilen Häusern gefördert werden um so die Wohnverhältnisse der Menschen entscheidend zu verbessern. Andererseits soll das Projekt rund 10 Familien Arbeit und Einkommen verschaffen. Eine einfache Werkstatt haben die Mitglieder der Kolpingsfamilie Olori bereits in Eigenleistung errichtet. Aber für die Anschaffung von zwei Pressen und zwei Betoniergeräten sowie für den Ankauf von Werkzeugen und Rohmaterialien fehlt das Geld. Hier ist die Kolpingsfamilie auf Hilfe angewiesen. 2003 Unsere Aktion "Solidarität - konkret" läuft auch in diesem Jahr weiter. Durch viele Aktionen z.B. Grünkohlessen und Plätzchenverkauf auf dem Thorpemarkt, können wir auch in diesem Jahr ein Projekt im Rahmen der Partnerschaft des Kolpingwerkes mit dem Nordosten Brasiliens mit 700, - € fördern. Mit unserem Geld unterstützen wir die Kolpingsfamilie Azeito beim Aufbau einer Ziegenzucht. 2004 unterstützten wir den Aufbau einer Fischzucht der Kolpingsfamilie Basta de Amorim mit € 1000,- Die Solidarität mit den Kolpingschwestern und Brüdern in Südostasien, die von dem schrecklichen Seebeben betroffen sind, brachten wir mit einer Spende von € 300, - zum Ausdruck.
2006 förderten wir den Bau von Brunnen und Zisternen im Nordosten Brasiliens mit € 600, -
Wenn Zukunftsträume wahr werden: Perspektiven für Jugendliche in BrasilienMehr als 77 Prozent der Kinder und Jugendlichen im Nordosten Brasiliens leben in Familien, die im Monat maximal einen halben Mindestlohn zur Verfügung haben — umgerechnet 74 Euro. Die meisten dieser jungen Menschen verfügen nur über eine minimale Schulausbildung, rund 1,6 Millionen können weder lesen noch schreiben. Sie gehören zu den sogenannten „excluidos", sie sind ausgeschlossen vom Leben, ohne Perspektive, gefangen im Teufelskreis von Armut und Hoffnungslosigkeit. Mit integraler Bildung und Kursen zur Berufsvorbereitung will das Kolpingvverk Brasilien diesen Teufelskreis unterbrechen. Veronildo und Severino aus Murici in Pernambuco, Nordost-Brasilien, sind zwei von 498 Jugendlichen, die im vergangenen Jahr die Chance bekamen, aus diesem Teufelskreis auszubrechen. Ihr Leben hat sich durch das Kolping-Projekt grundlegend verändert. Heute verdienen die beiden ihr eigenes Geld, schauen mit viel Hoffnung in die Zukunft und sind stolz darauf, ihre Familien unterstützen j können. Vor gut einem Jahr hätten sie das nicht zu hoffen gewagt. So wie viele Jugendliche in Murici sind sie in extrem ärmlichen Verhältnissen groß geworden. Hunger und ständiger Mangel haben ihr Leben geprägt. So geht es den meisten der 18 Millionen Menschen in Nordost-Brasilien. Schon früh mussten Veronildo und Severino die Schule abbrechen, um auf dem Feld mitzuarbeiten, damit ihre Familien überleben konnten. Viele Jugendliche in Brasilien leben unter solchen Bedingungen, ohne Chance auf Zukunft. Viele haben zudem familiäre Schwierigkeiten, haben Gewalt erfahren und vor allem ein ausgesprochen schwaches Selbstwertgefühl. Mit der Erfahrung permanenten Mangels geraten die jungen Leute oft auch ins kriminelle Millieu und der ständige Hunger und die Hoffnungslosigkeit werden mit Drogen, z. B. mit Klebstoff oder Benzin, das geschnüffelt wird, betäubt. Für Veronildo war das Projekt „eine große Tür, die sich in meinem Leben für mich geöffnet hat", sagt er. „Ein Traum hat sich für mich erfüllt. Heute fühle ich mich als Mensch, als jemand, der etwas wert ist, der geachtet wird. Mein Leben hat eine Perspektive." |